Wer sind wir? Die Fotografin Herlinde Koelbl gibt in 70 Doppelporträts Antwort auf diese Frage.

Von Torsten Klaus. Die Dame mit dem roten Haar lächelt, wenn sie spricht. Sie kann beides gut miteinander verbinden. Die Besucher bittet sie, näher heranzutreten an die Fotos. Dann erzählt die Dame mit dem roten Haar über die porträtierten Menschen, die Details der Bilder. „Sehen sie sich die unterschiedliche Körperhaltung an“, sagt sie. Dabei wirkt die Dame mit dem roten Haar nicht wie eine Museumsführerin, auch wenn all das in einem Museum passiert. Die Dame mit dem roten Haar redet über ihre Arbeiten, ihre Fotos, die hier ausgestellt sind. Die Dame mit dem roten Haar ist Herlinde Koelbl, die Grande Dame der deutschen Fotografie.

Foto

Herlinde Koelbl vor einem ihrer Doppelporträts. Foto: D. Brandt

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To end it in beauty

The last evening together - Aliriza Arenliu and Veton Nurkollari (Dokufest, Kosovo) with Bernd Stracke (Hillersche Villa, Zittau) around the campfire at Bernd's garden. Picture: Strahl

 

By Tobias Strahl. The Dokufest, the short and documentary film festival from Prizren, Kosovo was guest at the Neiße Filmfestival in Zittau from May 2 to May 6.

Beside all stress, beside the controversies, the joyful and unpleasant experiences, the highs and lows, the possibilities and (in) capabilities it is great that we met each other one more time.

However we proceed – it’s the human who matters.

Closer ties – Neiße Filmfestival and Dokufest Kosovo

Participants of the Lanterna Futuri Movie Workshop in Großhennersdorf nearby Zittau with Veton Nurkollari and Aliriza Arenliu (Dokufest, Kosovo). Picture: Strahl

 

By Tobias Strahl. Four exhausting but nevertheless beautiful days at the Neiße Filmfestival with our guests from Kosovo, Nita Deda, Aliriza Arenliu and Veton Nurkollari, are behind us.

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Welcome to Europe – Dokufest meets Neiße Filmfestival

Aliriza Arenliu (executive director), Nita Deda (spokeswoman) and Veton Nurkollari (artistic director) of the international short- and documentary film festival Dokufest from Prizren, Kosovo are guests at the 9th anniversary of the Neiße Filmfestival in Poland, Czech Republic and Germany. Foto: Strahl

 

By Tobias Strahl. Since last night we are on our way to Germany. Nita and Aliriza are with me in the van, travelling from Kosovo via Albania, Montenegro, Croatia, Slovenia and Czech Republic to Zittau/Germany, while Veton will follow one day later via plane.

Seit gestern Nacht sind wir auf dem Weg nach Deutschland. Nita und Aliriza fahren mit mir im Bus von Kosovo über Albanien, Montenegro, Kroatien, Slowenien und die Tschechische Republik nach Zittau, während Veton einen Tag später mit dem Flugzeug nachkommt.

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Schuldig, zweifelsohne…

Banja Luka, April 2012. Foto: Strahl

 

Von Tobias Strahl. Der Zug von Sarajevo nach Banja Luka hat regelmäßig eine Dreiviertelstunde Verspätung. Laut Fahrplan geht er um 10.54 von Sarajevo. De facto fährt er nicht vor dreiviertel zwölf. Das Selbe gilt für die Strecke Banja Luka-Zagreb. Als der Bahnbeamte die Verspätung in Sarajevo ausruft, lachen die wartenden Fahrgäste. Das Schauspiel wiederholt sich täglich. Man könnte einen Fahrplan danach schreiben. Aber dann führe der Zug erst halb eins und man käme noch später an.

Der Grund für die Verspätung ist absurd. Zwischen den beiden bosnischen Teilrepubliken, der Republik Srpska und der Föderation Bosnien und Herzegowina, wird die Lokomotive des Zuges gewechselt. Zweimal also auf dem Weg aus der Herzegowina nach Kroatien. In der Republik Srpska bekommt der Zug eine Lokomotive aus der Republik Srpska, in der Föderation eine Lokomotive aus der Föderation. So einfach ist das. Und so umständlich. Ein ähnliches Procedere findet an der Grenze zu Kroatien statt. Keine orthodoxe Lokomotive bosnisch-serbischer Ethnizität befährt das katholisch-kroatische Hoheitsgebiet, bitteschön!

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Ikonografisch: Anton Corbijns Fotos von R.E.M. und Michael Stipe im Albertinum

Von Torsten Klaus. Man schrieb das Jahr 1991, als ein Song in den Radios rauf und runter lief: „Losing my religion“. „Out of time“ hieß das dazugehörige Album von R.E.M., und Michael Stipe, dieser schmale Typ mit durchaus androgyner Attitüde, warf als Sänger mit den Zeilen um sich. Kürzlich erzählte R.E.M.-Manager Bertis Downs eine kleine Anekdote dazu: Ein Porträtfoto von Michael Stipe, aufgenommen von Anton Corbijn, sei einer der entscheidenden Aspekte gewesen, dass „Losing my religion“ damals die erste Singleauskopplung wurde. Downs wies auf das mittlerweile berühmte Schwarz-Weiß- Bild – Stipe ernst, fast introvertiert, mit gesenktem Blick, der Hut eher ein Schutz als eine modische Marotte – und erinnerte sich an das entscheidende Gespräch mit den Managern der Plattenfirma Warner Bros. Records. Zur Single-Auswahl habe noch „Radio song“ gestanden, meinte Downs. Da aber das Corbijn-Foto schon als Optik der ersten Auskopplung feststand, habe man die Manager gefragt, welches Lied besser zu dem eher düsteren Bild passe. Die Antwort ist bekannt.

 

Michael Stipe by Anton Corbijn.

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Erinnerungslandschaften

Sehidsko Mezarje, hier liegen die während der Belagerung Sarajevos getöteten bosnischen Muslime beerdigt. Foto: Strahl

 

Von Tobias Strahl. Sarajevo: der Name allein ist ein Symbol. An jedem Gegenstand hängt eine Geschichte. Aber so ist das überall in Kosovo, Kroatien und Serbien. In Bosnien jedoch liegen die Zeichen der jüngsten Geschichte besonders dicht beieinander, wird alles symbolisch.

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Kosovo – Deutschland – Dokufest zu Gast beim Neiße Filmfestival

 

Von Tobias Strahl. Das Dokufest, ein internationales Kurz- und Dokumentarfilmfestival aus Prizren, Kosovo wird auf dem 9. Neiße Filmfestival vom 2. bis 6. Mai in Zittau zu Gast sein.

Dokufest, an international short and documentary film festival from Prizren, Kosovo will be guest at the 9th anniversary of the Neiße Filmfestival from May 2 to 6.

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Kosovo – Blende 1,4

Irgendwo in der Nähe von Klina, Kosovo. Foto: Strahl

 

Am Anfang hatte ich ein flaues Gefühl im Magen als ich die Nikkore (14-24, 2.8 ; 24-70, 2.8) verscherbelt habe, um mir das Zeiss Distagon 35 1.4 leisten zu können. Ich habe es keine Sekunde bereut (Iso 200 -1,0LW, 1,4, 1/8000). Ich muss nun aufpassen, dass ich noch ein wenig arbeite, und nicht ständig spielen gehe. Mein Freund M. hatte immer recht. Beste Grüße an den Foto-Görner, da kommt was in drei Wochen ;-) .

Der alte Mann und die Beißreflexe

Von Torsten Klaus. Der alte Mann hat vom literarischen Standpunkt aus ein schlechtes Gedicht geschrieben. Vom politischen Standpunkt aus ein kontroverses. Das zeigen die Aufschreie, Wortmeldungen, Frontverläufe im Nachgang. Ein Abbild der Beißreflexe, wenn es hierzulande um das Thema Israel und israelische Politik geht. Und fast jeder ist über das hingehaltene Stöckchen gesprungen. Die Aufzählung der Namen schenke ich mir. Wo Gelassenheit gefragt gewesen wäre, formierte sich im Gegenteil der publizistische Prozessionszug aus Beschimpfern und Apologeten. Ein Zug, der größtenteils ebenfalls aus alten Männern besteht.

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