Dokufest Kosovo 2012 – Wir fahren, wer fährt mit – We go, who wants to join us?

Von Tobias Strahl. Ein Geheimtipp ist das Dokufest in Prizren, Kosovo, ein internationales Dokumentar- und Kurzfilmfestival, schon lange nicht mehr – vor Ort fühlt es sich aber noch wie ein solcher an. Die Sehnsuchtsort-Gemeinschaft organisiert die zweite gemeinsame Fahrt zum Festival vom 6. bis 15. Juli dieses Jahres. Alle interessierten Mitfahrer sind herzlich eingeladen.

The Dokufest, the international documentary and short film festival in Prizren, Kososo is no longer a secret hint anymore. Nevertheless it appears like if it is one if you are there. The community of Sehnsuchtsort organizes this year the second trip to the festival from July 6 to 15. All interested fellows are warmly welcome to join our trip.

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Alte und neue Widersprüche – Dresden, der 13. Februar und ein Aufkleber

Werbung der Stadt für die Menschenkette 2012. Foto: Rädisch

 

Von Tobias Strahl. Die Stadt Dresden sieht ihren Aufruf zur Menschenkette vom 13. Februar durch einen Aufkleber verunglimpft, berichteten die „Dresdner Neusten Nachrichten“  (DNN) in der Wochenendausgabe vom 14./15. Januar. Der Aufkleber, der unter anderem an Stromkästen und Laternenmasten in Dresden zu finden ist, „diffamiert“ die Menschenkette, meinen die DNN. Der Zeitung zufolge will die Stadt Urheberrechtsklage einreichen – gegen wen, weiß jedoch niemand.

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Tillich entdeckt die Rechten – Sächsische Zeitung applaudiert

Anonymer Aufkleber. Gesehen in Dresden. Foto: Strahl

 

Von Tobias Strahl. Mit der Debatte um die rechtsextremistische Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) erhält der kommende 13. Februar in Dresden eine besondere Brisanz. Der Aufmarsch der Neonazis in Dresden ist eine Katastrophe seit Jahr und Tag – 2012 jedoch wird er wohl so präsent werden wie nie zuvor.

Im ausgehenden vergangenen Jahr haben wir uns im Kreis der Sehnsuchtsort-Autoren gefragt, wie einige auf dem rechten Auge offenbar sehschwache konservative sächsische Politiker die neue deutsche Sensibilität gegenüber dem alten Neonazi-Phänomen in ihre Strategie zum 13. Februar einbauen wollen. Die Antwort darauf fällt ebenso ernüchternd wie wenig überraschend aus.

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Tyrannentode – Die “Richard III.”-Inszenierung mit Kevin Spacey im Londoner Theater Old Vic ist das Stück zu den politischen Umbrüchen 2011

“…and seem a saint, when most I play the devil.“ (Richard III., 1. Akt, 3. Szene)

Von Torsten Klaus. Wer ist nur auf die Idee mit der Sonnenbrille gekommen? Dieses kleine Requisit weist punktgenau auf die  Zeitgeschichte. Richard trägt sie,  zum König geworden. Ein blutrünstiger Monarch, dem auch die Geschichtsforschung wenig Gutes andichtet. Da musste nicht erst William Shakespeare kommen. King Richard galt immer schon als Schablone für den Herrscher, der seiner Macht alles, aber auch alles unterordnet. Die Figur, selbst sowohl eine historische als auch eine des Theaters, wurde in einem Jahr, in dem die Despoten fielen wie vergilbtes Herbstlaub, zu einer Blaupause zwischen Bühnen- und Weltgeschehen. Die Brille trägt durchaus dazu bei, genauso Richards operettenhafte, epaulettenumrankte Feldherrenuniform: Gaddafi lässt grüßen.

Diese Parallelen vom Fall Richards III. auf der Bühne des Londoner Theaters Old Vic und dem erzwungenen Abdanken einiger Alleinherrscher, vor allem in Nordafrika, liegen auf der Hand. Das Stück mit Kevin Spacey in der Titelrolle wird rückblickend allein wegen dieser Gleichzeitigkeit von Inszenierung drinnen und Intervention draußen zum Stück des Jahres. Welt und Bühne diffundieren zu einem etwas anderen theatrum mundi. Der Arabische Frühling, der schon im Dezember 2010 in Tunesien begann, sich im Januar 2011 in Algerien und Ägypten fortsetzte und auch weitere Länder wie den Jemen und Libyen erreichte, wurde zur zeitlich passenden Koinzidenz der Londoner Inszenierung von Regisseur Sam Mendes. Als die ursprüngliche Entscheidung für „Richard III.“ fiel, war an die Volksaufstände noch nicht zu denken. Nun, da die Inszenierung eine Welttournee fast hinter und das lange Finale (ab 10. Januar bis Anfang März) im Harvey Theater (www.bam.org) in New York noch vor sich hat, ist die Welt eine andere.


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24. Sack

“Das ging gerade mal noch gut.” Fix und fertig landet Peter Macheli die Reste des Schlittens. “Rudi ist auch weg, einfach abgehauen. Das hat aber auch gekracht!” Er humpelt zum Sessel. “Nach Weihnachten werde ich mich erstmal erholen, ich muss ja bis Ostern wieder hoppeln können.” “Das wird schon!”, beruhigt ihn Elena Jupiter, öffnet ihrem Mann das vierundzwanzigste Fensterchen und zieht als Снегурочка los, die restlichen Geschenke zu verteilen.

23. Hohlkörper

“Letzten Endes ist es doch die Gier, die das Unglück magisch anzieht, Gier nach Geld, nach Wichtigkeit, nach Macht.” fasst Peter Macheli zusammen, während er sich die fünfunddreißigste Marzipankartoffel in den Mund schiebt. “Davon kann man aber auch gar nicht genug bekommen.” Mit süßen Fingern öffnet er dann das dreiundzwanzigste Fensterchen.

22. Tresor

“Ich schlafe ja ganz schlecht, der DAX schwankt zu stark. Da bin ich jetzt so kurz vor Weihnachten natürlich froh, wenn wenigstens eine Last von meinen Schultern genommen wird.” Bevor Peter Macheli ins Bett geht, hakt er noch den letzten Punkt auf seiner stündlich aktualisierten ‘Darüber muss ich mir Sorgen machen’-Liste ab und öffnet das zweiundzwanzigste Fensterchen.

21. Ampulle

“Ich hab Jesusfaktor negativ, da bekommt man mich nur unter massiver Androhung von Gewalt als Zuschauer zum Krippenspiel, Fliegen und Zaubern fallen mir auch schwer. Durch die zusätzliche Blutgruppe AB bin ich aber bei der Blutspende sehr gern gesehen.” Nachdem Peter Macheli den Zeugen Jehovas gute Besserung gewünscht und “Lasst es krachen, Mädels!” hinterhergerufen hat, öffnet er das einundzwanzigste Fensterchen.

20. Kapsel

“Auf dem Mars ist es deutlich ungefährlicher. Und legal, wenn man den nicht gerade im Konsum klaut.” Peter Macheli öffnet heute etwas zeitiger das zwanzigste Fensterchen, schließlich beginnt gleich der Glühweinfesttag am Lagerfeuer, nach Sandmann und vorweihnachtlicher Arabella-Folge.

19. Urne

“Ist der Wulff jetzt doch schon zurückgetreten?” Peter Macheli ist ein bißchen sauer, dass er sich die passende Party nur nachträglich im neunzehnten Fensterchen ansehen kann.