P.S.: Horst Köhler geht, Lena kommt nicht

Von Lukas Strenot. Und nun beendet der Bundespräsident das Missverständnis: Er tritt ab, überraschend, mit Tränen in den Augen. Wo ganz Deutschland bis eben noch gaga nach Lena war, dunstet nun wieder der Schleier alpschwerer Tagespolitik über der Republik. Ein Kontrastszenario, das stärker nicht ausfallen könnte.

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Köhler und Afghanistan: Der Schlaf der Agenturen – und der Opposition

Von Lukas Strenot. Nachrichtenjournalismus ist ein hartes Brot, vor allem auf dem Feld der Politik. Schnelles Verarbeiten von Informationen, Interviews, Pressebeiträgen, Wortmeldungen, Hintergrundgesprächen – ganz zu schweigen vom Verknüpfen dieser News mit dem bisher Bekannten zum jeweiligen Thema – sind vor allem bei den Nachrichtenagenturen das A und O. Um eine Lanze für die dort arbeitenden Kollegen zu brechen: Meist funktioniert dieser Mechanismus trotz des ständig herrschenden Zeit- und Konkurrenzdrucks gut. Ausnahmen bestätigen aber auch hier die Regel, wie eine unlängst von Bundespräsident Horst Köhler gemachte Aussage zum Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan zeigt.

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Der Bleichenwang von Brieselang oder Blair Witch meets Brandenburg

"...und wiegen und tanzen und singen dich ein" foto: Agent S.

Von Torsten Klaus. Alle waren schon da in diesem – mit allem Respekt – Nest im Brandenburgischen: Brieselang, unweit von Potsdam. Die Gazetten hatten ihre Reporter geschickt, auch Fernsehen und Radiostationen die Idylle abgegrast. Der Grund: ein rätselhaftes Licht, das seit Jahren durch den dortigen Forst geistert. Doch trotz einzelner Sichtungen – Einheimische schwören vereinzelt gar, das Licht sei schon eingekreist gewesen, hätte sich aber mysteriöserweise wieder davongemacht – blieb eine Klärung des Phänomens aus. Nun hat sich Sehnsuchtsort dieses Themas angenommen (Wir haben zwar einst über Fox Mulder gegrinst, aber man weiß ja nie…) – und ist fündig geworden. Allerdings überraschend anders. Eine Enthüllungsgeschichte der dritten Art.

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Politik ist fön

Geschafft! Erschöpft lehnt sich Peter Macheli zurück und beschmiert sich den Rücken aus Versehen mit der weißen Kalkfarbe der Garagenwand. “Wie kriegn wir die jetzt nach Berlin?” Kostja, der rollende Komposthaufen der Familie Macheli, versucht in der hellen Frühlingssonne zu glitzern. Erfolglos.
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Der Autor und die Geprügelten

Von Lukas Strenot. Was ist auf ihn eingedroschen worden, was musste er sich anhören. Das alles ist zwar schon Jahre her, aber die damals coram publico gefallenen Worte hallen immer noch nach. Die Rede ist von Helmut Kohl, dem Altkanzler (die sprachliche Assoziation zu Alteisen stellte sich bei mir schon vorher mit Adenauer ein). Kohl, ein politisches Artefakt, hatte sich ins Abseits manövriert, als er in der CDU-Spendenaffäre die Herkunft eines Millionenbetrages ungeklärt ließ – und bis heute lässt. Doch nach Jahren, in denen das Schweigen der häufigste Umgang mit dem Renegaten war, ist nun selbst der Gedanke wieder hoffähig, Kohl den Friedensnobelpreis für seine Mitwirkung an deutscher und europäischer Einigung zukommen zu lassen. Diesmal bittet kein Geringerer als Uwe Tellkamp.
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Wie Hausbesetzungen

Von Wölfen, Rehen und anderem Ungetier

Vandalierendes Schadreh (als Damwild verkleidet).

Von Mike. Reichlich eine Woche ist es her, als Frank Kupfer, seines Zeichens sächsischer Landwirtschafts- und Umweltminister (in der Reihenfolge), vor versammelter Jagdlobby seinen Vorschlag präsentierte, den seit mehreren Jahren in Sachsen wieder heimisch gewordenen Wolf, beliebt und bekannt aus Tatsachenberichten wie „Rotkäppchen und der Wolf“, „Drei kleine Schweinchen“ oder „Hase und Wolf“, künftig durch die Jägerschaft selbst hegen zu lassen.
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Ein perfekter Moment

Von Torsten Klaus. Er hatte es tatsächlich gesehen, keine zwei Schritte entfernt.

Der Apriltag war nicht sonderlich kühl gewesen, obwohl vom Meer immer eine Brise herüberzog. Doch nun, am Abend, spürte Schrankanski die zurückkehrende Kälte. Er klappte den Kragen nach oben und bewegte seine Finger in den Manteltaschen. Die Hände blieben trotzdem kalt.


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Der Mensch im Hamsterlaufrad

Von Prof. Reinhard Schmidt Was macht ein kleiner Goldhamster, der, um zu leben und nicht zu sterben, sein Futter bekommt, aber in einem kleinen Käfig sein Dasein fristen muss? Er kriecht in ein Hamsterlaufrad und dreht und dreht. Was macht ein Arbeitsloser, der zuviel zum Sterben und zuwenig zum Leben bekommt, der zwar ein Dach über dem Kopf hat, nach dem aber niemand mehr fragt, um ihm einen angemessenen Job zu geben? Wo ist sein Hamsterlaufrad? Wie soll es aussehen? Reicht dazu ein Sessel vor dem Fernseher, ein Bummel durch den Park, verbunden mit dem Treff von Leidensgefährten oder ein Gang über einen Metromarkt? Weiterlesen ‘Der Mensch im Hamsterlaufrad’ »

Bürokratische Sympathie

Helma OroSZ, insgeheim liebevoll Gerda Hirnschiet genannt, hatte ganze Arbeit geleistet, stellte Peter Macheli fest, während er über die Rathausflure schritt und den leicht bekleideten Models in den Büros durch die offenen Türen zuwinkte. Wo er auch hinkam, überall das gleiche aufregende Bild. In letzter Zeit hatte er es sich deswegen zum Hobby gemacht, Formulare auszufüllen und Anträge zu schreiben. Weiterlesen ‘Bürokratische Sympathie’ »