14. Juli 2010, 13:00

Bruce Nauman, Room with My Soul Left Out, Room That Does Not Care, 1984
Von Torsten Klaus. Das Wort Raumflucht bekommt eine andere Bedeutung bei Bruce Naumann. Wer seine Räume betritt, den kann der Gedanke an Flucht schneller übermannen als gedacht. Naumann schafft Inseln trügerischer Ruhe, denen man – zumal sie recht eng sein können – schnell wieder entkommen will. Oder auch nicht: Denn In Naumanns Räumen kann sich der Besucher andererseits verlieren, weil er sich in sich selbst verliert. Naumanns Räume sind Orte ohne Zeit. In einer Ausstellung im Hamburger Bahnhof in Berlin entfalten sie derzeit ihren eigenwilligen Zauber – als “Dream Passage”.
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2. März 2010, 10:34
Erinnerungen haben ihre eigenen Regeln. Wir saßen an einem milden Spätsommerabend auf der Loggia unserer Wohnung beieinander: Meine Frau, meine Schwester von der Insel Rügen, ihr Lebensgefährte André und ich. Irgendwie kamen wir auf das Jahr 1968 und den so genannten „Dubček-Feldzug“ zu sprechen, jene militärische Intervention, die den Prager Frühling abrupt durch eine erneute politische Eiszeit in der Tschechoslowakischen Republik ersetzte. Meine Schwester erinnerte sich der Kuriositäten, die auf dem Gebiet der ehemaligen DDR, nahe der tschechischen Grenze eingerichtet wurden. Möglich, dass die Erinnerung daran in mir nie mehr abgerufen worden wäre. Im Zusammenhang mit den Berichten von André, der seinerzeit als Slovake den Einmarsch sowjetischer Truppen in Bratislava erlebte, erfuhr mein Wissen über die damaligen Ereignisse eine späte und erschütternde Ergänzung.
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