26. Juni 2010, 19:29
Wenn man die uniformierten Lakaien der “Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg” (SPSG) mit ihren herablassenden Mienen durch die Gemächer Friedrichs des Großen stolzieren sieht, dann denkt man instinktiv, dass man sich eher dem bildungsfernen Pöbel verbunden fühlt, dass die runden 50 Euro für einen maschinengeführten Rundgang (Familienkarte!) durch goldenen, dem Volk abgepressten Kitsch besser in Sprengstoff angelegt wären.
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21. Juni 2010, 07:29
“Ich wollte eigentlich noch ein Haus abreissen, aber dafür war einfach keine Zeit mehr. Die Jungs und ich, wir hatten alle Hände voll zu tun.” Peter Macheli wirkt geschafft, als er spät abends mit seinen Kindern von der Bunten Republik Neustadt heimkehrt. Schlaff hängt die große Heckenschere in der Faust seines jüngsten Sprosses. Elena Jupiter zählt fassungslos die Gliedmaßen ihrer Kinder nach. “Sind noch alle dran”, versichert Peter mit einem Kuss auf ihre Nasenspitze, “der Mittlere hat das mit dem Beil schon ganz gut gemacht.”

Deutschland (Abbildung ähnlich)
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12. Mai 2010, 06:00
Geschafft! Erschöpft lehnt sich Peter Macheli zurück und beschmiert sich den Rücken aus Versehen mit der weißen Kalkfarbe der Garagenwand. “Wie kriegn wir die jetzt nach Berlin?” Kostja, der rollende Komposthaufen der Familie Macheli, versucht in der hellen Frühlingssonne zu glitzern. Erfolglos.
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14. April 2010, 15:23
Helma OroSZ, insgeheim liebevoll Gerda Hirnschiet genannt, hatte ganze Arbeit geleistet, stellte Peter Macheli fest, während er über die Rathausflure schritt und den leicht bekleideten Models in den Büros durch die offenen Türen zuwinkte. Wo er auch hinkam, überall das gleiche aufregende Bild. In letzter Zeit hatte er es sich deswegen zum Hobby gemacht, Formulare auszufüllen und Anträge zu schreiben. Weiterlesen ‘Bürokratische Sympathie’ »
29. März 2010, 07:06
Liebe Verkehrsbetriebe,
ich fahre beinahe täglich mit Euren schicken und oft auch schnellen Vekehrsmitteln durch unsere phantastische Heimatstadt Dresden. Morgen für Morgen bemerke ich dabei junge Menschen, vor allem Frauen, die Kaffee aus beim Bäcker erworbenen Pappbechern schlürfen, Croissants essen und nebenbei frisch und ausgeruht mit Kollegen, Schulkameraden oder ihrem Handy plappern. Junge Frauen simsen auch sehr gern. Bevor ich abschweife, möchte ich Ihnen einen Verbesserungsvorschlag unterbreiten:
Weiterlesen ‘Neuerervorschlag’ »
18. März 2010, 07:01
Wiederum ein paar Tage später
Peter Macheli wälzt sich ruhelos hin und her. Der Hunger hat ihn gepackt und hält ihn durch unregelmäßiges am Bauch krabbeln vom Schlafen ab. Außerdem schmatzt Elena im Traum. Nach zwei Stunden beisst Peter in den sauren Apfel und steht auf, um eben dies zu tun. Barfuss, ob der sibirischen Kälte schlotternd und leise hüpfend, begibt er sich in die Küche, die Schlafzimmertür leise schliessend. Den Gedanken an den sauren Apfel ersetzt er durch einen anderen, besseren. Wenn er schon mal aufgestanden ist… Nach fünf Minuten erfolgloser Suche nach den Minischokomuffins beschliesst er jedoch, erstmal eine Hose und einen warmen Pullover überzustreifen.
Weiterlesen ‘Wenn ich einmal groß bin…’ »
16. März 2010, 19:23
“Mir macht das ja nichts. Wenn ich den Flughafen betrete, sammeln sich die Sicherheitsbeamtinnen um den Monitor des Nacktscanners!” prahlt Peter Macheli in die Kamera. “Worte wie Bombe oder Dynamitstange fallen dann auch regelmäßig.”
Weiterlesen ‘Deutschland bei nackt’ »
14. März 2010, 10:22
Ein paar Tage später, ein sonniger Sonntagmorgen
Elenuschka summt falsch, aber laut vor sich hin, während sie den Frühstückstisch deckt. Plötzlich kommt ein erschrockenes ‘Huch’ aus dem Nachbarzimmer, dem Schlafzimmer der Machelis, durch die sonntägliche Idylle geflogen, stösst flatternd an ihren Kopf, durchschwebt etwas langsamer ihre hübschen, vorbildlich sauberen Ohren und nimmt neben dem Bild einer kleinen Handtasche (nur 35 €!) in ihrem Kopf Platz. Das ‘Huch’ wackelt beim Hinsetzen ein bißchen mit dem Po, dem ‘ch’, und verdrängt dadurch die kleine Melodie. Elena Jupiter beginnt sich für das Schlafzimmer zu interessieren.
Weiterlesen ‘Widerstand ist zwecklos. Sie werden assimiliert!’ »
25. Februar 2010, 08:47
Zwei Tage später im Hinterhof.
“Ich musste das reinholen, die Nässe. Bei uns auf dem Balkon taut es zu heftig.” Macheli nimmt einen großen Schluck Mädchenbier. “Müsste jetzt auch mit dem Laptop gehen. Macht sich besser, Elenuschka kann dann in Ruhe Tatort gucken. Ich habe es aber noch nicht probiert.” Er fummelt an einem silbernen Kästchen herum, drückt einen Taster, dreht an mehreren Knöpfen.
Weiterlesen ‘Man sieht auch mit dem Herzen gut’ »