Herbst in Dresden – Pegida im Spiegel ihrer Sprache

Von Anna-Maria Schielicke. In seinem Buch „Lingua Tertii Imperii“ schrieb der Dresdner Victor Klemperer „Was jemand willentlich verbergen will, sei es nur vor andern, sei es vor sich selber, auch was er unbewußt in sich trägt: die Sprache bringt es an den Tag. […] die Aussagen eines Menschen mögen verlogen sein – im Stil seiner Sprache liegt sein Wesen hüllenlos offen.“ (Victor Klemperer, LTI, S. 20).

Bei Pegida muss man nun nicht lange nach dem Wesen suchen. Die Verächtlichmachung von Einzelpersonen, wie die „einfältig, dumme Grüne Katrin Göring-Eckardt, eine gescheiterte Existenz ohne Berufsabschluss“, oder „das dicke Kind aus Goslar“ (Sigmar Gabriel), das „haarscharf an der Sonderschule vorbeischrammte“, oder der „feige Pfaffe“ (Joachim Gauck) aus Rostock, der sich 1989 hinter seiner Kanzel versteckt habe und außerdem ein „debil grinsender Ehebrecher ist“ (Festerling, München, 14.9.2015, 5:08ff.), gehört da schon zum Grundinventar. Auch die Flutvergleiche in Bezug auf Flüchtlinge sind spätestens seit den 1980er Jahren Standardvokabular (siehe Wengeler 1995) in diesen Kreisen, aber nicht nur.

 

"Bei Pegida muss man nicht lange nach dem Wesen suchen." Foto: DNN
„Bei Pegida muss man nicht lange nach dem Wesen suchen.“                                                                                                                                                                            Foto: DNN

 

 

Dadurch sind sie aber nicht weniger wirksam. Das Bild, das bei Pegida gezeichnet wird: Völlig unfähige, feige, verfettete und moralisch degenerierte Politiker überlassen das Land „Horden von männlichen Invasoren“ (52:11ff.), die „alle keine Frauen haben und sexuell geladen sind“ (52:28ff.) (Festerling, 7.9.2015, Dresden). Gestützt wird dieses Untergangsszenario dann noch durch Bilder „zusammenbrechender Sozialsysteme“ und „gefälschter Arbeitslosenzahlen“ (Gastredner Horst, 14.9.2015, 2:00ff.). Nicht nur die „Mega-Umvolkung“ (Festerling, 14.9.2015, München, 14:15ff) steht unmittelbar bevor, nein, gleich der totale Zusammenbruch. Da kann man als Pegidist nur zur Feststellung kommen: „Wir befinden uns bereits im Krieg“ (56:00ff.), zwar rollen noch keine Panzer durch unsere Straßen, aber sie rollen auf Schienen „an die Ostfront“ (56:45ff.) (Festerling, 7.9.2015, Dresden).

Aber damit hört das Bedrohungsszenario noch nicht auf, nein, da sind ja auch noch diejenigen, die sich „gegen ihr eigenes Volk“ verschworen haben. All die Ehrenamtlichen zum Beispiel, die sich in der Flüchtlingshilfe engagieren. Sie machen sich nämlich „mitschuldig […] an der Abschaffung unserer Freiheit und unserer aufgeklärten Werte.“ (Festerling, 28.9.2015, Dresden, 3:46ff.). Fehlen in der Feindaufzählung dürfen natürlich auch nicht die „Gutmenschen“. Diese sind wahlweise Insekten – „[…] je doller man schlägt, desto aggressiver wird dieses Viehzeugpack“ (Gastredner Stefan aus Chemnitz, 7.9.2015, Dresden, 23:07ff.) – oder „größenwahnsinnige Herrenmenschen“ (49:26ff.), die auch „wieder Konzentrationslager hier in Dresden“ (49:39ff.) errichten (Festerling, 7.9.2015, Dresden).

Und unten steht „das Volk mit dem eisernen Willen“ (Gastredner Stefan aus Chemnitz, 7.9.2015, Dresden, 26:24ff.) und applaudiert und johlt. Und lacht auch mal wie über einen zotigen Stammtischwitz, wenn Flüchtlinge als „Surensöhne“ oder „Salatfister“ und Journalisten als „Presstituierte“ (Däbritz, 21.9.2015, Dresden, 3:25ff.) bezeichnet werden. Es schreit „Arbeitslager!“ (21.9.2015, Festerling-Rede, Dresden), wenn von der Presse die Rede ist. Es schreit „Abschieben!“ (14.9.2015 Bachmann-Rede, Dresden), wenn von Politikern die Rede ist. Und immer öfter und immer lauter schreit es „Widerstand!“.

Hieß es noch am Anfang, „Pegida ist gekommen, um zu bleiben“, heißt es jetzt weiter „[…] und ist geblieben, um zu siegen.“ (Bachmann, 7.9.2015, Dresden: 13:28ff.). Am gleichen Tag noch sagt Bachmann nach einem kleinen Disput, welche Strophe des Deutschlandliedes gesungen werden dürfe – wobei seiner Ansicht nach „entweder alle drei oder nur die erste“ (21:20ff.) gesungen werden darf – „Wenn wir es irgendwann mal geschafft haben, die Verräter aus Berlin zu vertreiben, dann singen wir hier Strophen, so viel wir wollen.“ (21:59ff.). Währenddessen stimmt ein Mann im Publikum die erste Strophe an (21:49ff.). Wenige Wochen später sieht Bachmann durch die Politik sogar den öffentlichen Frieden gefährdet: „Was momentan nämlich in Berlin abgeliefert wird, ist nicht mehr nur planlos, es ist mittlerweile friedensgefährdend und ist strafrechtlich gesehen geeignet, die öffentliche Ordnung und Sicherheit sowie den öffentlichen Frieden zu stören.“ (Bachmann, 28.9.2015, Dresden, 6:18ff.). Und Jürgen Elsässers (meiner Ansicht nach justiziablen) „Aufruf an die deutschen Soldaten“ nachplappernd, richtet Festerling anschließend einen Appell an Polizei und Soldaten: „Schließt Euch uns an!“, denn „erst wenn Polizei und Bundeswehr niederlegen [ihre Arbeit, Anm. d. Verf.], dann wird Artikel 20, Absatz 4, das Recht auf Widerstand, konkret.“ (Festerling, 28.9.2015, Dreesden, 6:47ff.). In besagtem Artikel steht: „Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.“ Und die Menge johlt und jubelt und applaudiert.

 

"Das ist 'das Volk' im Herbst 2015 in Dresden." Foto: DNN
„Das ist ‚das Volk‘ im Herbst 2015 in Dresden.“                                                                                                                                                                                                     Foto: DNN

 

Das ist „das Volk“ im Herbst 2015 in Dresden.

Nun könnte man sagen, das sind alles nur Worte. „Aber Sprache dichtet und denkt nicht nur für mich, sie lenkt auch mein Gefühl, sie steuert mein ganzes seelisches Wesen, je selbstverständlicher, je unbewußter ich mich ihr überlasse. […] Worte können sein wie winzige Arsendosen: sie werden unbemerkt verschluckt, sie scheinen keine Wirkung zu tun, und nach einiger Zeit ist die Giftwirkung doch da.“ (Victor Klemperer, LTI, S. 26).

In diesem Sommer verging kaum ein Tag ohne Brandanschlag auf Asylbewerberheime und -wohnungen, Ausschreitungen bei Demonstrationen, Beleidigungen und Körperverletzungen zuhauf, Journalisten wurden angegriffen, Ehrenamtliche und ihre Familien direkt bedroht, Büros von Politikern verwüstet. Und in meinen Ohren hallt wieder und wieder „Arbeitslager!“, „Abschieben!“, „Widerstand!“. Glaubt wirklich noch jemand, das eine hätte mit dem anderen nichts zu tun?

Zum 19. Oktober, dem „Jahrestag der Bewegung“ (so möchte ich es mal bezeichnen), rufen die Unermüdlichen von Dresden für Alle, Dresden Nazifrei, Neujahrsputz und und und zum Gegenprotest auf. Zumindest SPD, Grüne und Linke schließen sich dem Aufruf an. Wer fehlt? Genau – die CDU. Wie war das noch mal mit dem „Aufstand aller in unserem Land“? (Regierungserklärung Tillich, 1.9.2015). Aber sie arbeitet derweil vielleicht lieber daran, „die herrschende Deutungsdominanz der „Achtundsechziger“ in Medien, Wissenschaft und Schule und die damit verbundene Diskreditierung wertorientierter patriotischer Positionen […] zu überwinden.“ (Deutscher Patriotismus im vereinigten Europa, CDU-Sachsen) und richtet ihren Blick streng nach links, ob da nicht doch vielleicht noch ein Linksextremist aus dem Busche hüpft. Selbst Kurt Biedenkopf relativiert nach 15 Jahren sein Statement „Die Sachsen sind immun gegen Rechtsextremismus“ in „Die große Mehrheit ist immun“. Wenn der Erkenntnisfortschritt so rasant weitergeht, erlebe ich vielleicht noch das Eingeständnis, dass Sachsen ein heftiges Problem mit Rechtsextremismus hat.

Sämtliche Parteien von links bis rechts, von Landtag bis Stadtrat lassen sich gerade ohne Gegenwehr den gesamten Diskurs aus der Hand nehmen. Sie lassen die Straße sprechen, unkommentiert und ungestraft, und sie lassen die Straße handeln. Derweil müssen Bürger, die sich für Flüchtlinge engagieren oder sich im Netz kritisch äußern oder Hass-Kommentare zur Anzeige bringen, mindestens mit unappetitlichen Mails und PN rechnen, wenn nicht gar mit expliziter Bedrohung. Victor Klemperer schrieb: „Die Republik gab Wort und Schrift geradezu selbstmörderisch frei; die Nationalsozialisten spotteten offen, sie nähmen nur die von der Verfassung gewährten Rechte für sich in Anspruch.“ (Victor Klemperer, LTI, S. 32). Ich hoffe nicht, dass das in Dresden vielleicht irgendwann auch für Artikel 20, Absatz 4 Grundgesetz gilt.

 

Klemperer, Victor (2007). LTI. Stuttgart: Philipp Reclam jun..

Wengeler, Martin (1995). Multikulturelle Gesellschaft oder Ausländer raus? Der sprachliche Umgang mit der Einwanderung seit 1945. In: Stötzel, Georg & Martin Wengeler (Hrsg.): Kontroverse Begriffe. Geschichte des öffentlichen Sprachgebrauchs in der Bundesrepublik Deutschland. New York, Berlin: Walter de Gruyter. S. 711-749

16 comments

  • Es ärgert die #Linke maßlos, dass die „Volksmassen“ zu #Pegida gehen, und nicht der Elite aus Staat,Wirtschaft,Kirchen und Medien folgen.

    „Sie lassen die Straße sprechen, unkommentiert und ungestraft, und sie lassen die Straße handeln.“

    Das ist eine wütende Anklage, weil nur die Linke FÜR „die Straße“ sprechen darf, natürlich kommentiert, und die Straße nur handeln darf, wenn und wie die Linke es will. Nach Ansicht der Linken.

  • Guter Artikel!

    Wenn wir nicht aufpassen, dann haben wir in den nächsten Jahren eine neue Form des Terrorismus. Ausgehend von genau diesen Leuten.

  • Wenn ich mich auf Pegida-Seiten umschaue oder mit pegidaaffinen Leuten rede, lese ich und sehe im Gesichtsausdruck meist nur Häme. Ein objektive Diskussion ist fast unmöglich geworden.
    Jegliche Abweichung vom Pegidamainstream wird mit Gutmenschenträumerei, Mainstreamverblendung , bezahltem Regierungsagententum abgetan. Abweichler werden für die Nachwende „vorgemerkt“. Lügenpresse gibts nur beim Gegner, Gepostete Falschmeldungen von der eigenen Seite werden ohne jegliche Gegendarstellung gelöscht. Natürlich mit der Begründung, die Anderen machen es ja genauso und dabei will man doch so viel besser sein.
    Das macht mir Angst! Dabei teile ich einige Punkte aus dem Pegidapapier, sehe unsere derzeitige Asylpolitik durchaus kritisch und konzeptionslos, besonders in Bezug auf die Bekämpfung der Fluchtursachen.
    Bei Pegida habe ich kein Recht auf Menschlichkeit und Nächstenliebe auch gegenüber Flüchtlingen. Obwohl den „echten“ Flüchtlingen will ja selbst Pegida helfen – irgendwie habe das mal gehört, aber noch nie wahrgenommen.

  • frank Heinze , bleibt ein hund und
    pegida bliebt ein huhrensohn

  • Die Pegida-Krise wird man so einfach nicht lösen können, dafür fehlt denen die Dialogbereitschaft. Was sind das eigentlich für hilflose Trottel die meinen, wir müssten jetzt deren Probleme lösen. Nächsten Montag könnte man denen mal 10.000 Neudeutsche (Flüchtlinge) gegenüberstellen, da können die gern mal ihr Gejammer vortragen, das wird bestimmt lustig, und danach muss jeder einen mit nach Hause nehmen und sich liebevoll darum kümmern. 2 Fliegen mit einer Klappe quasi, unsere neudeutschen Mitbürger sind untergebracht und die Pegida-Krise wäre auch vorbei.

  • Wir weisen nochmals daraufhin, die Kommentarspalte nicht zur niveaulosen Beschimpfung zu missbrauchen (von orthografischen, sagen wir mal: Eigenheiten, ganz abgesehen). Wir machen von unserem Hausrecht Gebrauch, jeden zu sperren, der sich dieser einfachen Forderung nicht gewachsen fühlt.
    Mit dennoch freundlichen Grüßen, Torsten

  • Die deutsche Faschismuskrise weitet sich aus.
    @2 „Christian“: Diesen neuen Rechtsterrorismus haben wir doch schon, es brennt fast jeden Tag ein (geplantes) Heim für Vertriebene. Der Unterschied zu Anfang der 90er ist nur ein kleiner: Die Politik nimmt diese Menschen nun ernst. Was früher knallhart „Faschos“ genant wurde ist heute ein „besorgter Bürger“. Ist ja auch ganz opportun: Mit Angst peitscht man Gesetze durch, die dann Jeden betreffen.
    Problematisch auch: Kritisiert man die Politik, ist man Pegidaversteher. Kritisiert man Pegida ist man Regierungsspitzel. Denken soll manchmal helfen.
    Siehe „Die Anstalt“ von März diesen Jahres.

  • Man hat es ja vermutet, jetzt ist es gewiss: es ist Adolfs Marschpulver was die Pfeifen so fertig macht: https://mopo24.de/#!nachrichten/dresden-abwasser-drogen-crystal-europa–17899

  • Danke, ein sehr guter Artikel!

    Pegida und ihre Ableger sind Sammelbecken für den Volkszorn über eine selbstverliebte, selbstgerechte und am Wähler-vorbei-handelnde Lobbyistenpolitik die einzig Profit im Geiste hat. Pegida ist brauner Sumpf für die, die sich gegen die eigentlich herrschende Demokratie stemmen. Die Möchtegern-Diktatoren mit braunem Geplapper und „markiger“ Deutschtümmelei treffen mit ihrer eigentlich armseeligen Polemik den Nerv der Verlierer der Gesellschaft. Die gesamte Flüchtlingsproblematik ist nur ein Vorwand für einen Aktionismus von Rechts.
    Diskussionen führen zu nichts, es gilt für alle normal denkenden Bürger endlich zuhandeln und nicht nur in der kleinen privaten Welt sich zu verkriechen. Raus auf die Strasse und zeigt eure Wut und Empörung über soviel Pegida-Dünnsch… !!! Zwingt den Gesetzgeber zum Handeln! Und den politischen Verantwortlichen: Bewegt euren Ar… auf die Strasse, nutzt die Gesetzgebung um jegliche (auch verbale) Entgleisung von diesen unverholenen Nazi-Mop zu stoppen!

    WER UNTER DIESEN FAHNEN UND DIESEN PROPAGANDISTEN MARSCHIERT IST EIN NAZI! JEDER!

    @Frank Heinze: Blind und taub.
    @Pau: nicht vielleicht meine gewünschte Art der Didkussion – aber im Grundsatz richtig

    Das ist meine persönliche Meinung.

  • […] Dieser Artikel erschien zuerst auf www.sehnsuchtsort.de […]

  • Sprache entlarvt? – http://meyview.com/sprache-entlarvt/

    & :-) -Gruß

  • @Frank Heinze: Ich nehme an, Sie haben bei ihren „Freidenker“-Wortvorgebern irgendetwas falsch abgeschrieben oder verkehrt nachgeplappert. Die „Linke“ mit der „Elite aus Staat, Wirtschaft, Kirchen und Medien“ gleichzusetzen ist in etwa so, wie Jan Ullrich einen aufrechten und ehrlichen Sportsmann zu nennen. Sollte sich bei ihrer Glanzleistung aber doch nicht um ein Versehen handeln, so ist ihnen wiederum dringend zu einem Arztbesuch oder/und weniger Konsum RTL2 und BILD-Zeitung und Cola-Goldbrand zu raten.

  • […] Sehn­suchts­ort: Herbst in Dres­den – Pegida im Spie­gel ihrer Sprache […]

  • Sehr guter Artikel!
    Was mir an pegida auffällt, ist dass sie sich neben ihrer Sprache auch durch die Art und Weise ihrer Argumentation entlarven. Es ist die exakt gleiche mit der „Hobbywissenschaftler“ immer mal wieder zu beweisen suchen, dass z.B. die Sonne kalt ist, oder anderer Quark. Die wichtigsten Zutaten dabei sind: 1. Angriff auf Autoritäten und deren Abwertung bis hin zur Beleidigung. 2. Das (bewusste oder unbewusste) Ignorieren von Fakten, die den eigenen Standpunkt nicht stützen. 3. Aufbauschen von Fakten, die den eigenen Standpunkt stützen. 4. Emotionalisierung der Diskussion.

    Dazu kommt, das z.B. bei Posts in sozialen Medien, die eigenen Argumente an etwas völlig anderes geknüpft werden – kostenloses Schulessen zum Beispiel – denen man sogar zustimmen könnte. Das Problem ist nur, dass sich für eben dieses kostenlose Schulessen niemand in bemerkenswerter Weise eingesetzt hat. Die Massen marschieren erst auf der Straße seit es gegen die sog. „Islamisierung des Abendlandes“ geht. Pedida geht also anscheinend nicht für eine Verbesserung unserer Gesellschaft auf die Straße, sondern einzig und allein gegen Ausländer!

  • Ich habe neulich eine AfD Kundgebung, mit Fr.Petry sogar,in Nossen mir angesehen- ich wollte die Menschen meiner Stadt sehen, die hingehen und mir ein eigenes Bild machen.
    Icch konnte zig Behauptungen anders bewerten, Stellung beziehen.
    Ist es eben auch ein WAHRNEHUNGS- Problem von bestimmten Kreisen, Bildungs (?) Schichten?
    MIr macht wirklich Sorge, fast Angst, dass in dieser Kundgebung die Rede war (von beiden Rednern, wenn ich recht erinnere) dass es zum Ende des Jahres einen BÜRGERKRIEG gäbe!

    Ist darin nicht, mittels Sprache, eine Heraufbeschwörung?

    Dieselben Worte kamen von einem Kirchenglied, sowie die uralten Verschwörungstheorien, dass die Juden, die Rothschilds, mitmischen und selbst die Pfarrer nichts sagen düften.
    Da weiß ich aber gewiß dass dies nicht der Fall ist.

  • „Sämtliche Parteien von links bis rechts, von Landtag bis Stadtrat lassen sich gerade ohne Gegenwehr den gesamten Diskurs aus der Hand nehmen. Sie lassen die Straße sprechen, unkommentiert und ungestraft, und sie lassen die Straße handeln. “

    Straße? Ungestraft? Gegenwehr? Derlei martialische Verbalattacken glaubte ich mit Genossen Mielke & Konsorten begraben. Sie feiern also fröhliche Urständ.

    Wirkliche Diskursbereitschaft äußert sich anders, Frau Schielicke. Wer Mitbestimmung und gesellschaftlichen Konsens als Basis friedlichen Zusammenlebens ganz autoritär mittels Strafe zu boykottieren trachtet, hat jeden Anspruch, sich auf einen Victor Klemperer zu berufen, verwirkt und bewirkt am Ende nur eines: Radikalisierung.

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