Neue Plagiatsaffäre: Lutz Bachmann will Arnold Vaatz (CDU) verklagen.

Nach Angaben des Pegida-Gründers Lutz Bachmann hat der CDU-Politiker Arnold Vaatz für eine Kolumne in der Illustrierten SUPERillu bei ihm und Pegida abgeschrieben.

Neidisch? Lutz (rechts) ist sauer auf Arnold (Vaatz), weil der bei ihm geklaut haben soll. Bilder: © open source (wiki commons). Montage: Tobias Strahl.
Neidisch? Lutz (rechts) ist sauer auf Arnold (Vaatz), weil der bei ihm geklaut haben soll. Bilder: © open source (wiki commons). Montage: Tobias Strahl.

 

Von Tobias Strahl. Kaum haben die Wogen sich ein wenig geglättet, ist der unappetitliche 3. Oktober in Dresden verdaut, die Finca auf Teneriffa fertig tapeziert und die letzte Staffel der Seifenoper Rechts blinken und dann auch noch rechts überholen“ mit Tatjana Festerling und Lutz Bachmann in den Hauptrollen abgedreht, da steht Letzterem schon wieder Ungemach ins Haus:

Als ich gestern [am 6. Oktober, Anm. d. Red.] die SUPERillu aufgeschlagen habe, dachte ich, bei mir pfeift der Ali“, gab Pegida-Gallionsfigur Lutz Bachmann im Gespräch mit dem Sehnsuchtsort Auskunft. „Da sehe ich doch, dass der Vaatz, dieser CDU-Reaktionär, einen ganzen Text bei mir zusammengeklaut hat. Keine einzige Idee vom ihm. Ich arbeite mir den Arsch ab. Quatsche mir monatelang den Mund fusselig. Und dann kommt so ein Heini und verkauft meine Gedanken in der SUPERillu als seine eigenen. Und dann die SUPERillu, die SUPERillu [Wiederholung im Original]! Das ist doch eigentlich meine Zielgruppe“.

Nicht nur, dass Arnold Vaatz ganz offenbar seinen eigenen populistischen Stil kopiere, führt Bachmann als Beleg für seinen Plagiatsvorwurf an, sondern dass er zudem ein Ereignis völlig sinnentstellt und aus dem Zusammenhang gerissen präsentiere, um „den braunen Affen Zucker zu geben“ sei ein eindeutiger Diebstahl geistigen Eigentums und rhetorischer (Re)produktionsmethoden. „Wie der angesichts der Gewalt unserer patriotischen Vaterlandsverteidiger von linken Steinewerfern schwadroniert, das hat der voll bei mir geklaut […] auch wie der Vaatz den Ströbele, diesen linksversifften Terroristen-Versteher mit dem Sprengstoffanschlag auf die Dresdner Burka-Boys, die Islamisten, diese kriminellen Salafisten und so in Verbindung bringt – das ist so abenteuerlich, so völlig zusammenhanglos, kurz: so unterirdisch gut, das kann der nur von mir haben“. Dabei sei ganz offensichtlich, unterstreicht Bachmann, wie die sächsische CDU und sogar Parteigenossen über den regionalen Raum hinaus bei PEGIDA seit Wochen abschrieben: „Das läuft offenbar so gut, das macht jetzt sogar schon die Dresdner FDP nach, so nach dem Motto: Was gehen uns Schiller und Kant noch an, wenn wir bei dem Bachmann klauen können„. Enttäuscht fügt der in den letzten Wochen immer einsamer sich zeigende Duce der patriotischen Dresdner Europäer hinzu: „Die CDU und die FDP in Sachsen beziehungsweise Dresden, das sind die Chinesen in der politischen Ideologienwirtschaftklauen für den Klassensieg“.

Bachmann will jedoch nicht tatentlos zusehen, wie Arnold Vaatz und dessen Parteigenossen das rhetorische Tafelsilber aus dem mühsam zusammengeschrienen Pegida-Volkspalast schleppen: „Ich werde gegen diesen ideologischen Plagiarismus rechtlich vorgehen“, erklärt der Patrioten-Potentat. „Wenn hier einer den Untergang des Abenlandes erklärt, dann ich. Immerhin habe ich das linke Komplott gegen Deutschland so gut wie kein zweiter schon immer geahnt. Jetzt verkauft der Vaatz das als seine eigene Phantasie. Allerdings bin ich für Gespräche immer offen. Ich werde keinem, dessen Herz am rechten Fleck schlägt, die Tür vor dem Brett, äh dem Kopf zuschlagen. Keinem Politiker und auch keinem Politikwissenschaftler. Wenn der Vaatz sich bereit erklärt, auf einer der nächsten Pegida-Veranstaltungen zu sprechen, dann können wir die Sache mit einem Schlag auf die rechte Schulter ausräumen“. Das könne dann allerdings auch auf Teneriffa sein, räumte Lutz Bachmann gegenüber dem Sehnsuchtsort ein. „Aber da ist es eh viel schöner. Und im Moment auch wärmer“.

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