16. Fensterchen: Lauschangriff auf den Landtag

Warum die SPD nie wieder mit regieren darf in Sachsen? Ihr fehlt der Humor. Das offenbarte der oberste Genossenhirte und treueste Kirchenzuschussfreund, im Hauptberuf Fraktionschef der sächsischen Spezialdemokraten, live im Landtag.

In dem er ein fiktive Wikiloch-Depesche auf Englisch vortrug und seinem Regierungschef („Ein Sachse“) bei der Übersetzung die reine Wahrheit unterstellte, glaubte er, die herrschenden Herrschaften gehörig zu veralbern. Nicht nur, dass keiner lachte. Nein – auch hat er vergessen, die eigenen Depeschen zu übersetzen und vorzutragen. Dort steht drin, warum seine Partei ……  noch niemals recht hatte und zweimal aufgelöst wurde. Und, dass in seiner Fraktion mehr V-Männer im Landtag sitzen als V-Frauen. Aber das soll die Opposition gefälligst selbst recherchieren, Zeit genug ist ja.

Der Landtag hingegen, so wurde von der MDR-Rechercheredaktion en passent ermittelt, wurde heute von 12 bis 13 Uhr abgehört. Und zwar per Mittelwelle auf der Frequenz von MDR-Info, wo alle Landtagssitzungen ohne Übersetzung live übertragen werden. Erstmalig seit 1991 wurde ein Hörer gemessen, der die Debatte länger als zehn Minuten aushielt. Am Volksempfänger vermutet wird aber kein Geheimdienst, sondern nur ein Ex-Ministerpräsident, der hören wollte, wie oft sein ehemaliges Lieblingswort „Sachsenbank“ ertönte.

Rudi Ment

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