Belgrads Untergrund zu Gast in Zittau

Kunstprojekt aus Serbien auf Europatournee macht Station im Wächterhaus des FreiRaum e. V.

 

Von Tobias Strahl. Die Wahrnehmung Serbiens erschöpft sich im westlichen Europa noch immer weitestgehend in Assoziationen von Krieg, Diktatur und grausamen ethnischen Säuberungen während der Bürgerkriege im ehemaligen Jugoslawien von 1991 bis 1999 – ein einseitiges und dringend korrekturbedürftiges Bild.

Fünf Künstler aus Belgrad, der Hauptstadt Serbiens, touren derzeit mit einem einzigartigen Projekt durch Europa. Ihr Projekt „(On The Quest For) Beograd Underground“ vermittelt ein Bild von der alternativen Kunstszene der südosteuropäischen Metropole, das bisher wohl ohne Beispiel sein dürfte. Zwei Jahre lang hat die Serbin Nataša Šarkić mit Luciano Mureil Buzarra sowie Carlo Lopez, zwei befreundeten Künstlern aus Spanien, die alternative Kunstszene Belgrads mit ihrer Kamera begleitet. Das Ergebnis ist ein intensiver, eindrucksvoller Dokumentarfilm einer Seite Serbiens, die bisher unbeachtet geblieben ist.

In den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, während des Bürgerkrieges sowie in der Phase der Transformation danach, hat sich die alternative Kunstszene Belgrads im Wortsinn in den Untergrund der Stadt zurückgezogen, wo sie auch während der Diktatur unter Präsident Slobodan Milošević weiterhin produktiv und kreativ sein konnte. In ihrem Portrait zeigt Šarkić Protagonisten einer Szene, wie man sie „bei Tageslicht in Belgrad selten zu sehen bekommt“.

(On The Quest For) Beograd Underground am 2. Juli in Zittau.

 

Auf dem Weg von Wien nach Berlin stellt Nataša Šarkić  ihren Film „(On The Quest For) Beograd Underground“ am Montag, den 2. Juli um 19 Uhr, im Wächterhaus Zittau, Innere Weberstraße 16, persönlich vor. Begleitet wird das Projekt durch eine Ausstellung von 130 Comics namhafter europäischer und südosteuropäischer Künstler, darunter auch Zeichnungen des Serben  Aleksandar Zograf  sowie eine Live-Performance des Belgrader Minimal-Projekts  „Alone“.

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