Braunes Licht im Erzgebirge

 

Im sächsischen Schneeberg machen die NPD und eine Bürgerinitiative gegen Asylsuchende mobil.

Die spätgotische Hallenkirche St. Wolfgang in Schneeberg zur Weihnachtszeit. Foto: Tobias Strahl.

 

Von Tobias Strahl. Lange bevor schutz- und hilfesuchende Menschen aus anderen Ländern eine provisorische Unterkunft in der ehemaligen Schneeberger Jägerkaserne fanden, zog ich als junger Rekrut dort ein. Das war im Juli 1996. Der heutige NPD-Kreisvorsitzende und Gemeinderat Stefan Hartung, der im Moment gegen die Unterbringung dieser Menschen in Schneeberg mobil macht, war damals gerade sieben Jahre alt geworden (oder war er noch sechs?). Meine Stube im Gebäude der Vierten Kompanie in der Kaserne in Wolfgangmaßen teilte ich mir mit drei weiteren Rekruten. Das war nicht schön. Aber wir konnten immerhin am Wochenende nach Hause fahren. Später, als Gebirgsjägerunteroffizier, zog ich in das Gebäude der Zweiten Kompanie, Stube 238, eine Zweibett-Unterkunft. Das war besser, aber auch noch nicht wirklich schön. Als wir als Schneeberger Jäger 1999, gemeinsam mit Panzeraufklärern aus Augustdorf, im Verstärkten Jägerbataillon das Erste Kontingent der Kosovo-Force bestritten – Stefan war gerade zehn Jahre alt – ahnte ich zum ersten Mal, was Menschen bewegen könnte, in Deutschland Zuflucht zu suchen. Vor diesem Einsatz hatte ich, als damals etwas über Zwanzigjähriger, ebenfalls jede Menge Blödsinn über Ausländer und Asylsuchende gedacht und häufig auch geredet, ganz so, wie Stefan das heute macht.

Als junger Soldat ging ich hin und wieder natürlich auch in meiner Garnisonsstadt und in ihrem weiteren Umkreis fort. Schwarzenberg war ganz gut, Wernesgrün auch. Wenn ich „ganz gut“ sage, meine ich – oft das Einzige. Die Stadt Schneeberg und die Gemeinden im Umkreis, an die ich mich erinnere, sind beschaulich. Etwas verschnarcht, immer jedoch von offener Herzlichkeit, vieles wurde „auf dem kleinen Dienstweg“, ohne viel Lärm darum zu machen, erledigt, es gab (und gibt es wahrscheinlich immer noch) sagenhaft schöne Frauen, wenn auch mit einem etwas zweifelhaften Dialekt – wie wir als junge Rekruten meinten. Später war ich oft erstaunt, wie viele Menschen ich überall auf der Welt traf, die aus dieser Region stammten: in Chile, Afghanistan, Skandinavien – überall Erzgebirger. Meine ganz persönliche Theorie ist, dass viele Menschen in dieser Region, statt den Kopf in den Sand zu stecken (ja, es ist dort nicht einfach), ihr Geschick in die Hand nehmen, und ihr Glück in der Welt suchen, anstatt zu jammern.

Doch das ist nur die eine Seite der Medaille. Was mir ebenfalls schon damals auffiel: In Schneeberg, in Aue, in der gesamten Region, gab es eine starke und aktive Neonazi-Szene. Wenn man mit ein paarhundert jungen Männern, die zum Großteil aus der Region stammen, in einer Kaserne zusammenlebt, kann das kaum unbemerkt bleiben. So unterhielt die Neonazi-Szene in Aue etwa – ich habe keine Ahnung wie es heute ist – damals gute Verbindungen in eine Region, der ebenfalls meine unverhohlene Sympathie gilt, und in der ich auch eine Zeit lang gelebt habe: die Oberlausitz. Und die Szene dort hatte wiederum Verbindungen zur Neonazi-Szene in der Sächsischen Schweiz (deren Verfahren ich am Amtsgericht Pirna als Praktikant der Dresdner Neuesten Nachrichten teilweise verfolgte). Kurz und gut: dieses Phänomen ist keiner Region per se eigen, es ist überall dort zu beobachten, wo die Perspektiven verstellt, die Frustration hoch, der ökonomische Standard niedrig sind – und die Fäden in den Händen einiger weniger Regionalfürsten zusammenlaufen. Es ist ein Problem primär der Gemeinschaft und, wie sich nicht erst jetzt zeigt, der Gesellschaft.

Ich weiß nicht, wann Stefan den Bauernfängern der NPD in die Hände lief, und erkannte, dass sich aus deren zweifelhafter Phalanx heraus den Regionalfürsten und Etablierten der Region Paroli bieten und für sich selbst etwas Bedeutung zusammenklauben ließ – tatsächlich scheint mir darin  das eigentliche Ziel von Stefans Bürgerinitiative zu bestehen.

Was ich jedoch sicher weiß, ist, dass die „Delikte“, die Hartung jetzt den hilfesuchenden Menschen in der Jägerkaserne anlastet, „Ladendiebstähle“, „Bürger berichten darüber, dass ihnen in die Vorgärten gepinkelt wurde“, „junge deutsche Mädchen werden […] belästigt, sexueller Natur“, „es wird Wegelagerei betrieben“ (http://www.youtube.com/watch?v=tgY11XFXVII, 2:23ff) und „Vandalismus“ (http://www.youtube.com/watch?v=nCK_0rRRN8c, 3:00ff.), seit jeher ein Teil des Schneeberger Lebens sind.  Diese Phänomene sind ebenso ein „kultureller Verdienst“ Deutschlands wie  Bach und Händel es sind, und insofern nicht nur für die Stadt im Erzgebirge typisch. Lange bevor der erste „Fremde“ in Schneeberg auftauchte, wurde dort schon  in Vorgärten gepinkelt.

Ich bin ebenfalls gut darüber unterrichtet, dass nicht nur die Schneeberger, die  an den Einfallsstraßen des Ortes leben, ein Lied von umgeworfenen Mülltonnen, zertretenen Gartenzäunen, beschmierten Bänken im Stadtpark oder illegalen Müllablagerungen auf dem Schneeberger Festplatz vor dem Geitner-Bad singen können. Doch haben die „Vandalen“ denen derlei Vergehen zuzuschreiben sind, einen deutlich sächsischen Akzent, wie es in mancher Nacht vom Sonnabend auf den Sonntag gut mitzuhören ist – getrübt vom „getränkedeutschen“ Akzent der berauschten Randalierer, das will ich freilich zugeben. Einen Fackelumzug  wie für die Schutzsuchenden in der Jägerkaserne hat deswegen bisher noch niemand organisiert. Und das „deutsche Mädel“ will ich treffen, das noch nicht von einem ihrer männlichen Ko-Nationalen nach oder während einer Party mit primitiven anzüglichen Sprüchen belästigt worden ist.

Videomittschnitt der Demonstration gegen die Unterbringung von Schutzsuchenden in der Schneeberger Jägerkaserne vom 19. 10. 2013.

Stefan Hartung indes – der nun 24 Jahre alt ist (oder ist er 25?) – will uns weismachen, dem sei nicht so. Die zahllosen Widersprüche und Absurditäten, die in seiner Argumentation zwangsläufig zu Tage treten, kann ich ihm dabei gar nicht so richtig übelnehmen. Etwa wenn er versucht, hanebüchene Parallelen zwischen dem antistalinistischen Aufstand vom 17. Juni 1953 (http://de.wikipedia.org/wiki/Aufstand_des_17._Juni), der friedlichen Revolution von 1989 und den von ihm, dem Kreisvorsitzenden der NPD, organisierten Fackelmärschen herzustellen (http://www.youtube.com/watch?v=tgY11XFXVII, 3:20ff). Oder wenn er andererseits betont, er argumentiere als Vertreter der Bürgerinitiative „Schneeberg wehrt sich“, die keinesfalls von der NPD beeinflusst sei, um kurz darauf mit Phrasen wie „Wir haben als Deutsche selber genug Kriminelle in den eigenen Reihen, da müssen wir nicht noch zigtausende Fachkräfte auf diesem Gebiet hierher importieren“ (selbe Quelle, 4:29ff.) ebenso erkennbar wie frei nach dem Parteiprogramm der NPD zu dozieren. Der Funktionär – auch der Unerfahrene – bewegt sich eben immer im Vokabular seiner Funktion. In diesen Widerspruch passt auch, dass er sich in der Wendung „wir als Schneeberger, beziehungsweise wir als Westerzgebirger“ (selbe Quelle 4:08ff) deutlich als Vertreter der Bürgerinitiative und als Kreisvorsitzender der NPD zu erkennen gibt, nur um später etwas naiv anzumerken: „Ich weiß nicht, wie sie darauf kommen, dass hier die NPD irgendwo Profit machen möchte“ (selbe Quelle, 4:49 ff.). Mit derlei schlichter Kost steht er erfahrenen Journalisten gegenüber, die den ganzen Quatsch, den er da vom Stapel lässt, schon mehr als einmal gehört haben, und ihn dementsprechend durchschauen. Dass ihn nun deren Fragen wiederum durcheinanderbringen und er deswegen ins Absurde flüchtet, oder auf Indoktrination setzt, wer will ihm das verdenken? Das ist die Strategie die er kennt. Er weiß es nicht besser.

Diskussionsbeitrag des Facebook-Nutzers "Rico Hentschel" auf der Plattform der Initiative "Schneeberg wehrt sich" in diesem sozialen Netzwerk vom 4. November 2013. Rico Hentschel ist nach den Angaben seiner Partei "Schatzmeister NPD-Kreisverband Erzgebirge, Interessentenbetreuung, ÖA, uvm... Stadtrat in Annaberg-Buchholz".

Es scheint mir hier in mehrerlei Hinsicht eine Abhängigkeit zu bestehen: Zunächst ist augenfällig, dass die NPD an den größeren Projekten gescheitert ist. Ihr weltfremdes, menschenverachtendes und anachronistisches Programm, oder ihr Versuch, Veranstaltungen zu vereinnahmen (13. Februar, Dresden), sind ebenso durchsichtig wie flach. Ihr katastrophales Abschneiden bei der letzten Bundestagswahl ist eine bessere Visitenkarte der NPD derzeit als jeder Text es sein könnte. Die neue, alte Masche setzt nun in den kleinen Städten an, an Projekten, die insgesamt eine Nummer kleiner sind. Schneeberg etwa oder der Moscheebau in Leipzig sind entsprechend geeignete Plattformen für derlei menschenverachtende Profilierungssucht. Ohnehin war der regionale Raum an sich, insbesondere regionale Vereine, seit jeher attraktiv für die NPD. Die Partei feierte ihre größten Erfolge dort,  wo man es ihr erlaubte, an der Basis zu werkeln. Hier kommt Stefan Hartung ins Spiel. Ein 24-Jähriger, der, aus welchen Gründen auch immer, Wut im Bauch hat, der mit „Arroganz und Selbstherrlichkeit der Politik“ (selbe Quelle, 3:50ff.) abrechnen will. Das nennt er sein „basisdemokratisches“ Programm. Damit gelingt es ihm, einen Teil der Schneeberger hinter sich zu versammeln. Wahrscheinlich den Teil, der, ebenso wie er, eine diffuse Wut auf „die dort oben“ verspürt, und auf die Durchsetzung eines nebulösen Volkswillens pocht, der weder de jure noch de facto je gefährdet war.

Derselbe Facebook-Nutzer, der sich im sozialen Netzwerk als "Rico Hentschel" auf der Seite der Initiative "Schneeberg wehrt sich" an den Diskussionen beteiligt, mit einer "Presseschelte", die in einer unterschwelligen Drohung mündet.

Dass dieser angebliche Volkswille Menschen in einer Notsituation instrumentalisiert, ist ebenso erbärmlich wie argumentativ schlecht zu rechtfertigen. Daher das ganze Geschwurbel, das den 17. Juni 1953, die friedliche Revolution 1989, angebliche Ausländerkriminalität und „basisdemokratische“ Initiative zu einem unappetitlichen braunen Brei verrührt. Hartung erreicht dabei eine Bedeutung, die diesem stammtischtauglichen Weltverständnis gar nicht zukommt. Es werden Kameras auf ihn gerichtet, die ARD, der MDR sind da. Eine solche Aufmerksamkeit hatte Hartung noch nie – und er wird sie wahrscheinlich auch nie wieder haben.

Als ich am 1. Juli 2000 – Stefan war gerade elf Jahre alt – das Tor der Jägerkaserne in Wolfgangmaßen zum letzten Mal durchschritt, hatte ich die Uniform (zumindest für einige Zeit) an den Nagel gehängt. Mein Herz indes ist, nicht nur metaphorisch, in Schneeberg „hängen“ geblieben. Die Probleme, die dieses mir lieb gewordene Städtchen hat (und die es mit ähnlichen Städtchen in ganz Deutschland teilt), rühren bestimmt nicht von den armen Seelen her, die heute in der Jägerkaserne hausen müssen. Die Funktionäre aus denen Hartungs Partei besteht indes werden erkennen müssen, dass auch in Schneeberg die Menschen nicht hinter dem Berg leben. Da habe ich sie, in den siebzehn Jahren, die mich nun mit dem Städtchen verbinden, besser kennengelernt. Im Moment ruht die Aufmerksamkeit auf Stefan Hartung, aber es regt sich bereits Protest gegen dessen Vereinnahmung der Stadt. Und der wird immer breiter.

Wenn Du dich lächerlich machen willst, oder deine Partei, Stefan – nur zu! Aber verkauf mir die Schneeberger nicht für dumm.

Info: Wer sich couragiert für ein tolerantes und weltoffenes Schneeberg einsetzen will, der kann die lokale Initiative “Schneeberg für Menschlichkeit” auf ihrer Facebook-Seite unterstützen.

34 comments

  • Ich glaube, besser kann man es nicht auf den Punkt bringen.

  • Der Knackpunkt an der Sache ist wohl,daß es die NPD versteht in ihrem Lichtelmarsch ganz viele “OttoNormalverbraucher” mit ihren Ängsten abzuholen.

    DAS sollte uns allen sehr, sehr zu denken geben.

    In verschiedenen Reportagen waren Menschen und Meinungen zu hören, daß Nazis das Letze sind, die sie mögen… aber sie würden nun mal die “Sache” auf den Punkt bringen… Und dann laufen sie mit.

    Diesen Anfang hatten wir schon mal, aus meiner Erinnerung sind mir Sätze von meinen Eltern und Großeltern bekannt, wie- es war doch nicht alles schlecht was Hitler gemacht hat, alle hatten Arbeit, es ging doch für uns voran. Und dann sind sie mitgelaufen.

    Ich- für mich brauche keine intellektuellen Abhandlungen und pseudopolitisches Gelaber und keine Wiederfreigabe von Geldern für antirassischte Projekte, keine Rederunden im Fernsehen und Gerede über irgendwelche arme Seelen, die Asyl in dem gr0ßen Deutschland suchen…

    Wir- für uns brauchen den Blick in den eigenen Spiegel um zu erlernen, daß weder Juden, Sinti und Roma, Homosexuelle, Behinderte, Menschen mit 2 oder 3 Ohren, Freeks oder nun zugewanderte andere Menschen uns die Butter vom Brot nehmen.

    Wir sind dafür verantwortlich, wenn in unserem innerdeutschem “Sozialsystem” was nicht stimmt und könnten es beeinflussen.

    Es ist der Stillstand im kollektiven Bewußtsein, wenn wieder ANDERE daran schuld sein sollen, was unsere Defizite sind.

    Wir sind ein Volk- ist die Phrase schlechthin, wenn von den Nazis in Schneeberg gegrölt, von UNS aufgegeben?
    “… Es war doch nicht alles schlecht, was Hitler gemacht hat…”

    Claudia Strahl, 06.11.2013

  • mensch beachte auch das grandiose Foto!

  • Immer lustig wie behauptet wird das Ganze hätte nichts mit der NPD zu tun, dabei geben das sogar die NPD-Schergen
    offen zu (Bild stammt aus der FB-Gruppe)

    http://s14.directupload.net/images/131106/fa5qiokp.jpg

  • ACHTUNG, es folgen Fakten:

    Stefan Hartung argumentiert weder ausländerfeindlich, menschen-verachtend noch rassistisch.
    Er attackiert keineswegs die Asylbewerber in Schneeberg, Chemnitz oder anderswo.
    Er spricht sich auch ausdrücklich für das Asylrecht in Deutschland aus.
    Seine Argumentation zu Asylmissbrauch (-betrug) und kriminellen Asylbewerbern beruht auf Tatsachen, Statistiken und Erfahrungen der Bürger.
    Er kritisiert ausdrücklich und ausschließlich den Verlauf des Asylverfahrens und die Asylpolitik an sich!

    Ich frage mich ganz ernsthaft, warum in aller Welt die Kundgebungen in Schneeberg in den Medien als ausländerfeindlich dargestellt und die besorgten Teilnehmer als “brauner Mob” abgestempelt werden. Das macht mich wirklich traurig und ich finde es höchst besorgniserregend!

    Mit freundlichen Grüßen
    Ein parteiloser, aufgeklärter, ausländerfreundlicher und dennoch besorgter Bürger

  • Rene ist ein besorgter Bürger- und -ACHTUNG- kein Nazi! Das ist ganz wichtig. lol
    Fakt ist Stefan Hartung ist NPD Gemeinderat in Bad Schlema. Tatsächlich: DAS IST FAKT.
    Die NPD ist weder ausländerfeindlich, menschen-verachtend noch rassistisch?
    Mal ehrlich: Denkst du Rene, irgendwer glaubt sowas? (Schrei aus dem Publikum: NEIN)
    Deine sogenannten Fakten = braun-gefärbte Schönmalerei.
    Wenn du schon von Fakten sprichst, dann aber bitte mit Angabe von Quellen.
    Diese Quellen gilt es dann zu überprüfen.

    FÜR EIN WELTOFFENES UND BUNTES SACHSEN!FÜR DIE FREIHEIT FÜR DAS LEBEN!
    Mit freundlichen Grüßen
    Ein besorgter Bürger (sowas peinliches!)

  • @Rene:
    Um das hier gleich abzubügeln: Lies das NPD-Wahlprogramm zur kürzlich erfolgten Bundestagswahl, da findest Du Fremdenfeindlichkeit und Deutschtümelei in allen Facetten. Soviel zum Faktischen. Und fang hier nicht an, den dort veröffentlichten Schmonzes zu verteidigen. Es ist das Gegenteil von Glaubwürdigkeit, in einer immer komplexer werdenden Welt die ganz simplen Lösungen zu präsentieren. Besonders dann, wenn sich solche Ideen in der Geschichte schon sowas von selbst disqualifiziert haben.

  • Vielen Dank für dieses ehrliche, wertfreie Statement – wir wissen es alle nicht besser und da müssen wir ansetzen <3

  • Hab ich denn irgendwo geschrieben, dass die NPD weder ausländerfeindlich, menschen-verachtend noch rassistisch sei??
    NEIN! Das habe ich nicht! Ich habe nicht ein Wort zur NPD verloren. Weil mir diese Partei ******egal ist.

    Hört doch endlich auf die Diskussion um das Thema Asyl auf die NPD umzumünzen. Darum geht es doch überhaupt nicht! Ich werde mit Sicherheit nie die NPD wählen und ich unterstütze diese Partei auch keineswegs. Ich sage nur, dass Stefan Hartung (leider Gottes) Recht hat mit dem was er sagt. Das sollte einem doch langsam mal auffallen. Statt Lösungen zu suchen, damit die NPD weniger Zuspruch kriegt, wird die Kundgebung als pöbelnder “brauner Mob” abgetan. Scheint für euch die leichteste Lösung zu sein. Man muss wenig über bestehende Probleme nachdenken und obendrein spielen die Medien einem auch noch in die Karten. Ganz nach dem Motto: “Die werden schon irgendwann wieder ihren Mund halten und sich mit der Situation abfinden!”

    Quellen:
    http://www.bamf.de/SharedDocs/Anlagen/DE/Downloads/Infothek/Statistik/statistik-anlage-teil-4-aktuelle-zahlen-zu-asyl.html;jsessionid=C4CAAB90D9CBCD61782E90B6A8547090.1_cid368?nn=1694460 (Dokument welches das Problem des Asylmissbrauchs offen legt)

    http://www.mdr.de/sachsen/randale-asylbewerber-chemnitz100_zc-f1f179a7_zs-9f2fcd56.html (Bericht über diejenigen, welche nach Schneeberg verlegt wurden – laut Medien, weil Chemnitz lediglich überfüllt sei und nicht weil sie ein ganzes Haus durch Molotowcocktails unbewohnbar gemacht haben)

    Eigene Erfahrungen, denen ihr beruhigt Glauben schenken könnt oder eben auch nicht. Ich meine zu wissen über was ich hier schreibe.

    So viel zu den Quellen. Ich akzeptiere doch auch eure Meinung, aber ich verlange das gleiche von euch. Was ich auch nicht unerwähnt lassen möchte: ich war auf keiner der Kundgebungen und werde dort auch in Zukunft nicht sein. Ich lese lediglich die Reden, schau mir Videomaterial an oder lass mir von Erfahrungen berichten. Nur um damit noch ein mal deutlich zu machen, dass ich weder die NPD noch Stefan Hartung an sich unterstütze. Es gibt mir lediglich zu denken, dass er offensichtlich Recht hat mit dem was er sagt und er es damit schafft mehr als 2000 Menschen zu mobilisieren.

    Kurz gesagt: Das Problem sollte an der Wurzel gepackt werden und nicht oberflächlich (wie meinte Torsten) “abgebügelt” werden.

    MfG

  • Rene,

    natürlich geht es um die NPD. Stefan Hartung ist NPD-Funktionär und vertritt in seinen Statements klar erkennbar das Programm und die politischen “Grundsätze” der NPD. Das erwartet seine Partei offenbar auch von ihm. Da ist gar nichts umzumünzen. Oder willst Du ernstlich vorschlagen, dass gilt: “Ein Funktionär der Partei X spricht zum Thema Y, ohne dass die Tätigkeit als Funktionär der Partei X dabei eine Rolle spielt”? Etwas konkreter: Meinst Du, dass etwa ein grüner, roter oder schwarzer Politiker sich zum Thema, sagen wir der Umweltpolitik, äußert, und dabei die Programmatik seiner Partei irrelevant wäre? Das ist schon ein wenig naiv, oder?

    Aber sachliche Argumente, ich hatte im Artikel deutlich darauf hingewiesen, spielen doch in dem Kauderwelsch, das Hartung von sich gibt, gar keine Rolle. Nach welchem Grundsatz etwa lässt sich denn eine Kontiunität zwischen dem 17. Juni 1953, der friedlichen Revolution 1989 und der Bauernfängerei in Schneeberg herstellen? Wenn man sich, wie Hartung, dabei einzig auf einen nebulösen “Volkszorn” oder die Wut über die angebliche “Arroganz” der etablierten Politiker bezieht, um diese, vorsichtig ausgedrückt, abenteuerliche Ideen-Meierei zu rechtfertigen, dann lässt sich der Protest des NPD-Funktionärs auch in der Tradition des arabischen Frühlings, der serbischen Otpor-Bewegung, der Proteste auf dem Platz des himmlischen Friedens in China, kurz, in jedem beliebigen historischen Kontext inszenieren. Das ist nicht nur plumpe Bauernfängerei, das ist über alle Maßen lächerlich und weit davon entfernt ein “Recht”, wie Du schreibst, zu formulieren, sondern schlicht und einfach Unsinn.

    Offenbar gibt es ein hohes Frustrationspotential in Schneeberg. Diesem Ausdruck zu verleihen, ist durchaus berechtigt. Jede Form des friedlichen Protestes und der Diskussion ist schon allein durch ihre reine Existenz gerechtfertigt. Dass sich einige Schneeberger bei diesem Versuch, ihren Unmut zu artikulieren, so wohlfeil vor den Karren der NPD spannen lassen – woraus ein offenbarer Funktionär der Partei auch gar keinen Hehl macht (vgl. Artikel oben) – sich damit entmündigen lassen, wiewohl sie ihre Entmündigung durch die Politik in ihrem Protest beklagen -, das ist nicht nur widersprüchlich, sondern auch jammerschade.

    Wenn es nicht um die NPD ginge, wenn nicht gilt, was ich hier schreibe, wenn es sich tatsächlich ausschließlich um den frei bekundeten politischen Willen eines Teils der Schneeberger handelte, warum melden dann NPD-Funktionäre die Proteste an, warum organisieren NPD-Funktionäre diese Proteste maßgeblich, warum gibt es keinen aus der Mitte der betont parteilosen Teilnehmer der Proteste, der sich zu ihrem Sprecher macht? Warum lassen sich die Schneeberger so die Butter vom Brot nehmen?

    Das Gleiche gilt für die Proteste dagegen.

    Der mit den Platten ist der DJ, nicht der, der die Anlage aufbaut.

    Tobias Strahl

  • @Rene

    Ganz so einfach kann man es sich nicht machen. Hartung war Stützpunktleiter der JN Aue-Schwarzenberg, deren Mitglieder sich lt. Holger Apfel “An der Wehrmacht und der Waffen-SS als Vorbilder zu orientieren haben”.

    Wenn als nächstes eine Gruppe Hooligans günstigere Famiilientickets für Fußballspiele fordert, läufst Du da auch hinterher ?

    Worten kann man nicht trauen, siehe aktuelle Debatte um die PKW-Maut. (“mit mir gibt es keine Maut” – Angela Merkel)

    Interessant ist auch http://www.npd.de/html/1/artikel/detail/3501/

  • Wer die Gegenbewegung unterstützen möchte, einfach bei Facebook die Gruppe “Schneeberg für Menschlichkeit” mal anschauen.

  • Die NPD meldet die Demo an,
    die NPD stellt und organisiert die Ordner,
    die NPD kümmert sich um die sonstige Organisationsarbeit, die NPD stellt Fackeln und Warnwesten,
    die NPD hält Redebeiträge
    die NPD ist mit Landes, Kreis und Kommunalpolitiker vor Ort,
    die NPD kümmert sich administratorisch um die FB-Seite,
    die NPD nahen Kameradschaften mobilisieren für die Demo.

    Aber die Leute behaupten immer noch die ganze Sache hat nichts mit der NPD zu tun.

  • Dass Leute wie Hentschel behauptet, es habe in der Gegendemo einen Hitlergruß gegeben, ist schon dämlich genug, aber das ihm das anscheinend auch noch von den Leuten geglaubt wird ist umso dämlicher.

    Es ist pervers, dass die Gegendemo von Nazis, außerhalb des Demonstrationszuges, damit provoziert wurde und die NPD das anschließend so hin dreht, als wären das Linke gewesen.

  • das ist tatsächlich eine grandioser beitrag. allein, dass “besorgte” bürgerInnen sich selbstverfreilich nicht mit der npd-soße in einem topf wiederfinden wollen ist ja genau der psycho-trick, den die npd anwendet. sie gibt sich als sprecher der besorgnis und um nicht als npd in erscheinung zu treten, macht sie sich kurzerhand parteilos und mimt bürgernähe. man sollte also all jenen, die auch nur prozentual der npd recht geben, weil sie “mit-volkes-stimme-spricht”, weil sie die kümmerer-partei schlechthin ist, empfehlen auf deren facebook-seite sich ausgiebig mit dortigen kommentaren zu belesen, dann noch ausgiebig darüber nachdenken, wohin solche leute wollen und wie sehr das kompatibel mit dem npd-parteiprogramm ist und schon sollten die “besorgten” bürgerInnen ganz andere zukunftssorgen haben…

  • Quelle Polizei siehe hier:https://www.polizei.sachsen.de/de/MI_2013_24823.htm

    Die Polizeidirektion war mit insgesamt rund 300 eigenen sowie Unterstützungskräften der sächsischen Bereitschaftspolizei im Einsatz.
    Die Einsatzbilanz (Stand 22 Uhr):
    Die Aufzüge verliefen weitestgehend friedlich.
    Es wurden insgesamt sechs Straftaten bekannt (1x Verstoß Waffengesetz: Mitführen Einhandmesser, m 20; 1x Verstoß Versammlungsgesetz: Vermummung, m 26; 3x Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen (Hitlergruß).
    Zu einer gefährlichen Körperverletzung an Polizeibeamten kam es, als gegen 20 Uhr mehrere Gegendemonstranten aus dem Aufzug ausbrechen wollten. Grund dafür waren die drei den Hitlergruß zeigenden Tatverdächtigen (m: 17 bis 32).

  • Vielen Dank an alle Kommentatoren bisher, dass Ihr Euch an der Diskussion beteiligt und wertvolle Informationen zu dem Thema zusammengetragen habt.

    Tobias Strahl

  • Tobias Strahl berichtet vom Erzgebirge im Zusammenhang mit offener Herzlichkeit. Wohl dem aber das ist nicht mein von Erfahrungen geprägtes Bild vom Erzgebirge und dessen Bewohnern. Schublade auf, den sturen und nicht in die Karten gucken lassenden, heimat verherrlichenden, alten, Jugend ablehnenden, etwas bildungs- und finanziell-armen, kommunikativ kratzigen, irgendwie schon weltfremden und nichts neues wagenden Erzgebirger rein, Schublade zu.
    Puuh… noch rechtzeitig den Absprung geschafft- andere Wege gefunden, gestaltet und (noch) nicht den Ort verlassen (müssen). Ich habe gelernt mit dieser Art Erzgebirger etwas katzenpfötiger, sprich weniger scharf oder noch anders, vorsichtig kritisch umzugehen, was meinem doch recht impulsiven Gemüt eher widerspricht. Aber ich hatte Erfolge. Hin und wieder regten sich in Gesprächen auch Windungen mit oben genannter Spezies. So meine ich Beziehungsarbeit ist Kernstück. Vielleicht gelingt dann auch bei dem ein oder anderen ein Perspektivwechsel. Viel zu häufig verschwinden saubere Argumente und Fakten entweder hinter “hoch”intelektuellen und somit unverständlichen Wortbrei oder sie sind so scharf dass sie als persönlicher Angriff verstanden werden (vielleicht auch sollen- aber wer wird schon gern kritisiert?!) Alles Gute für das Erzgebirge aber vorallem den Menschen die nur etwas mehr Sicherheit wollen… meine Fresse – wie wenig Butter auf dem Brot muss man haben oder wieviel wurde einem gestohlen, dass man einem Menschen das kleine bisschen Sicherheit nich gönnt?!? :/

  • Wahnsinn!!! Dieser 2. Kommentar von diesem Herrn Rico Hentschel, ohne Partei ergreifen zu wollen, sollte das nicht Krimminell sein (Aufruf zu Gewalttaten)??? Was vielleicht eher verfolgt werden sollte als diese Menschen, die den Fehler begangen haben, in einem falschen Land geboren worden zu sein???
    Parardox daran: genau solche Menschen versuchen des öfteren vergeblich (warum auch immer) ihr friedliches Gedankengut nachzuweisen…
    Mfg

  • Besonders lustig ist ja gerade die NPD. Wie kann man eigentlich so verschlagen sein, dass man nicht mal zur eigenen Politik und Partei steht? Wenn die das für richtig halten was sie machen, dann sollten sie sich doch auch dazu bekennen können, was sie tun. Aber wenn man die fragt, wird immer abgewiegelt und relativiert.

  • Ich als Schneeberger habe in den vergangenen Wochen folgende Erfahrung gemacht: Die Unkenntnis vieler Bürger über die Zusammenhänge und Hintergründe der “Verlegung” von Asylbewerbern von Chemnitz nach Schneeberg hat zu Ängsten geführt. Niemand außer der NPD hat sich dieser Ängste angenommen – allerdings wurden durch die Verbreitung von Behauptungen die meiner Meinung nach fast alle aus der Luft gegriffen oder aus dem Zusammenhang gerissen wurden diese Ängste noch verstärkt!
    Zur Vorgeschichte – nur als sachliche Information für alle, die es noch nicht wissen: In Chemnitz befindet sich das Erstaufnahmelager des Freistaates Sachsen. In diesem Erstaufnahmelager kam es – auch aufgrund der Überbelegung – zu tätlichen Übergriffen. Um vor allem Familien (also auch Mütter und Kinder) vor den wenigen gewalttätigen jungen Asylbewerbern aus verschiedenen Nationen zu schützen wurde kurzfristig entschieden diese Familien vorübergehend woanders unter zu bringen. Die seit 2008 teilweise leer stehende Kaserne in Schneeberg war dafür ideal. Mit dem Eigentümer wurde ein 2-Jahresvertrag abgeschlossen. In einer nächtlichen Aktion wurden dann die ersten Kinder, Frauen und Männer (hauptsächlich Familien) nach Schneeberg gebracht. Ich wiederhole es noch einmal: es handelt sich hier um eine Erstaufnahmeeinrichtung – nicht um ein Asylbewerber-Heim!
    Die Menschen, die einen Antrag auf Asyl stellen wollen werden hier maximal 3 Monate untergebracht. Der Antrag wird gestellt, es erfolgt eine ärztliche Untersuchung, es wird erster Deutschunterricht erteilt. Kein Kind darf in die Schule gehen, kein Erwachsener darf arbeiten, niemand darf sich eine Wohnung suchen…………
    Sie werden mit Kleidung versorgt und erhalten eine Unterkunft und Verpflegung. Gemäß dem Sozialgesetzbuch haben sie wie jeder andere Bürger auch Anspruch auf Alg II (also Hartz IV). Da ihnen aber Unterkunft, Bekleidung und Verpflegung gestellt wird, bekommen sie pro Monat 134,- € Bargeld in die Hand (nicht den “Regelbedarf” in Höhe von 382,- €, den “normale” Bedürftige erhalten). Für die Ehefrau und die Kinder wird dieser Betrag nach unten abgesenkt. Mit diesem Geld müssen sie alle Waren des täglichen Bedarfs selber kaufen – das erklärt auch, warum viele von ihnen nach der Geldauszahlung mit vollen Einkaufsbeuteln aus den Supermärkten kommen……………..
    Nach spätestens 3 Monaten werden die Asylbewerber in sogenannte “Asylbewerberheime” verlegt – unabhängig davon ob der Antrag entschieden wurde oder nicht. Wie viel Asylanträge abgelehnt werden, kann jeder auf der Internetseite vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge nachlesen.
    Und jetzt frage ich: Wovor haben manche Schneeberger Angst?

    Menschen, die sich gerade mal höchstens 3 Monate am Rand unserer Kleinstadt aufhalten und in der Zeit höchstens mal zum Einkaufen oder Spazieren gehen die Kaserne verlassen – was sollen die denn groß für eine “Gefahr” darstellen? Die Grundforderung der Demonstrationsteilnehmer lautete doch, dass diese Einrichtung geschlossen werden soll – oder habe ich das falsch verstanden? Warum? Wenn ich allerdings Kritik an der Asylpolitik der Bundesregierung habe, dann demonstriere ich doch nicht in Schneeberg vor dem Rathaus! Auch die ständigen Vorwürfe gegen den Bürgermeister von Schneeberg und neuerdings sogar gegen den Landrat des Erzgebirgskreise halte ich persönlich für völlig unangebracht: die beiden haben in dieser Angelegenheit nichts zu entscheiden – Asylrecht wird grundsätzlich vom Bund entschieden.
    Fakten:
    1. Deutschland hat keinen Platz mehr?
    Jährlich werden etwa 9.000 Asylbewerber anerkannt, weitere 8.000 dürfen nicht abgeschoben werden. Deutschland hat einen jährlichen Bevölkerungsrückgang von etwa 60.000. Auf 1.000 Einwohner der BRD kommen etwa 0,9 Asylbewerber, in der Schweiz sind es drei! Interessanterweise liegt der Ausländeranteil in den neuen Bundesländern zwischen 2 und 3%.
    In Berlin und Hamburg liegt er bei 14%, in NRW bei 11%.

    2. Asylbewerber belasten den Steuerzahler?
    Jährlich gibt der Bund etwa insgesamt 900 Mio. Euro für Flüchtlinge aus. Der Gesamtetat des Bundeshaushaltes 2013 liegt bei 310 Milliarden. Allein der Etat der Bundewehr liegt bei etwa 33 Milliarden.

    3. Im Jahr 2013 werden vermutl. Insgesamt 90.000 Asylanträge gestellt werden. 1994 waren es 350.000.

    4. Asylbewerber sind krimineller als “gute Deutsche”?
    Gut ein Drittel der von Asylbewerbern begangenen Straftaten sind Verstöße gegen das Ausländergesetz und das Asylverfahrensgesetz.

  • Lieber Steffen,

    vielen Dank für Deinen sachlichen und gut informierten Redebeitrag. Gut finde ich auch, dass Du offenbar unter Deinem tatsächlichen Namen kommentierst, was Deiner Argumentation Glaubwürdigkeit verleiht. Anonyme Diskussionen finde ich persönlich problematisch. Bei diesem Thema jedoch verstehe ich es nur allzu gut, wenn die oder der eine oder andere Angst hat, sich “öffentlich zu machen”(vgl. die Einlassungen des Facebook-Nutzers “Rico Hentschel” im Artikel oben).

    Im Sinne einer konstruktiven Diskussion begrüße ich es, wenn die hier versammelten Kommentator_innen Zahlen, Zitate, Postulate mit überprüfbaren Quellenangaben versehen.

    Tobias Strahl

  • Irgendwie schießen solche Facebook Seiten wie “Nein zum Heim in Hoyerswerda” (meine Region betreffend) oder “Schneeberg wehrt sich” wie Pilze aus dem Boden. Meistens sind es auch die gleichen Leute die ihren Hass auf andere Menschen, insbesondere Asylsuchende freien lauf lassen. Kritische Komentare werden gelöscht, die Schreiber blockiert. Diese Seiten haben nur einen Zweck, und das ist die Leute auf ihre Seite zu ziehen. Leute die mit Stammtischparolen und flachen Sprüchen geködert werden. Das alles hat meiner Meinung nach nur einen Zweck. In den meisten Bundesländern sind 2014 Wahlen, in Sachsen, Brandenburg und Thüringen sind Landtagswahlen. Plakate darf die NPD noch keine aufhängen, aber die Bürger lassen sich jetzt schon vor ihren braunen Karren spannen. Und ich vermute das die NPD gut punkten wird. In Sachsen ist sie jetzt schon im Landtag…

    Jens-Uwe

  • Erstmal Danke Tobias für deinen Beitrag – ich habe genau das gleiche Thema (nämlich meine Besorgnis darüber wie die Schneeberger von der NPD beeinflusst werden) versucht im Facebook-Deutsch auf die Seite “Schneeberg-wehrt-sich” zu bringen.

    Nein ich habe es nicht nur versucht – sondern war zu meiner Verwunderung auch noch erfolgreich, mein Beitrag wurde von den Admins zugelassen!

    Der Grund dafür ist plausibel – Stefan Hartung verliert an Beliebtheit – auch bei seinen Schneeberger Befürwörtern, wenn er Gegenstimmen einfach löschen lässt.
    Diese Gegenstimmen haben “Gott Sei Dank” andere Medienkanäle gefunden, um genau diesen Punkt der Öffentlichkeit darzustellen.

    Mein Ziel ist einfach formuliert und scheinbar ein ähnliches wie das, dass du mit deinem Beitrag bezweckst. (Bitte korrigiere mich sonst – Jens Uwe hat es gestern auch sehr gut auf den Punkt gebracht)

    Gerne können wir uns als kritische Stimmen organisieren (>>>und vor allem meinen FB-Beitrag innerhalb der Gruppe nutzen<<<) mit dem Ziel den Schneeberger Bürgern bewusst zu machen was mit Ihnen passiert. Ihre innere Zerrissenheit und gegensätzliche Argumentationen werden an allen Ecken in der Gruppe deutlich und Stefan Hartung, Rico Hentschel etc. die NPD also nutzt das schamlos aus.

  • Lieber Herman,

    vielen Dank für Deinen Beitrag und Dein Engagement.

    Ich – wir – werden die friedliche Demonstration der Initiative “Schneeberg für Menschlichkeit” am 16. November 2013 in Schneeberg unterstützen.

    Ich sehe keine “innere Zerrissenheit und gegensätzliche Argumentation” bei den Demokraten in Schneeberg. Ich sehe abweichende Meinungen, verschiedene Standpunkte und freue mich ehrlich darüber. Das ist Debatte, ist demokratische Kultur per excellence. Eine Vielzahl unterschiedlicher Standpunkte und Reflexionen. Auch das unterstützen wir.

    Für die Einheitlichkeit und Geschlossenheit ihrer “Gruppe”, die Einhaltung der Parteidisziplin, soll mal die NPD sorgen. Das ist eindeutig deren Baustelle.

    Die Stärke hingegen der Initiative “Schneeberg für Menschlichkeit” ist, dass sie das in ihren Reihen nicht braucht.

    Tobias Strahl

  • Mich würde eigentlich mal die Argumentation interessieren, wenn die Veranstaltungen von Leuten geführt bzw. moderiert werden würden, denen tatsächlich keine NPD-Nähe nachgewiesen werden könnte.

  • Rassismus bleibt Rassismus – ob als Bürger*in oder NPD. Wer Angst vor Flüchtlingen hat, hat eine Meise.

  • Und genau da sehe ich das Problem. Man kann zu dem Thema Meinungen jeglicher Art haben, aber diese sollten von allen Seiten sachlich diskutiert werden.
    Und ich zumindest glaube, dass Schneeberg aktuell nicht ursächlich wegen den Flüchtlingen konkret vor Ort demonstriert, sondern viel mehr als Anlass genommen wird, um eine generelle grundlegende Debatte über die praktizierte Politik anzustoßen.

  • “Diese Gruppe formuliert den Protest gegen die Ansiedlung krimineller Asylbetrüger in Schneeberg! Wir können und wollen nicht tatenlos zusehen, wie unsere schöne Bergstadt über Nacht in eine Hochburg straffällig gewordener Asylbewerber verwandelt wurde und auch weiterhin zunehmend mehr von denen in der ehemaligen Jägerkaserne einquartiert werden!” Das ist das Statement der Initiative Schneeberg wehrt sich.

    Hier wird keine “[…] grundlegende Debatte über die praktizierte Politik” angestoßen. Hier instrumentalisieren politische Kader der rechstextremen NPD auf verleumderische Art schutzsuchende Menschen für ihre antidemokratischen und menschenverachtenden Ziele.

    Jedes Mitglied dieser Gruppe hat diesen Zielen implizit oder explizit zugestimmt. Den Vorwurf, mit der NPD zu sympathisieren, “Neonazi” zu sein, müssen sie sich gefallen lassen.

    Tobias Strahl

  • Ich gebe dir in jedem Fall dahingehend Recht, dass hierbei die NPD, sei es in offizieller oder inoffizieller Weise an den Protesten partizipiert!
    Aber dennoch zwei Anmerkungen meinerseits:

    Würden sich andere Parteien ein grundlegenden Debatte stellen, könnte die NPD ihr potentielles Klientel nicht Instrumentalisieren.

    Und bei den Beschimpfungen und Gewaltandrohungen mancher Kommentatoren von beiden Seiten, die man so im Internet lesen kann, fragt man sich wirklich, ob sich die Zivilgesellschaft in den letzten 80 Jahren tatsächlich so fortschrittlich entwickelt hat, wie man eigentlich annehmen sollte.
    Bei manchen Personen könnte man nämlich zumindest in der Artikulation vermuten, dass das Niveau nahezu dem der Straßenschlachten zwischen KPD und NSDAP während der Weimarer Zeit ähnelt..

  • Es geht schon lange nicht mehr, um politische Asylanten.
    Angeprangert werden nur Wirtschaftsflüchtlinge.
    Berichte aus den Medien geben genug Einblicke, was aus vielen
    Ausländern wird, wenn sie nicht richtig Integriert werden.
    Nur ein Beispiel, Görlitzer Park in Berlin.
    Zur Integration gehört auch das Anerkennen unserer Kultur ohne
    irgendwelche Forderungen durch Zentralräte.
    Wir sind Deutschland, vergessen unsere Geschichte nicht, müssen
    aber damit abschließen. Sollten Gegenmeinungen auftreten, dann erinnere
    ich auch an die Greultaten der Kirche, die Völker komplett ausgerottet
    haben.Das vergessen aber die Meisten.
    Ich glaube, dass die Menschen, die eine demokratisch gewählte Partei suchen,
    die sich ihrer Probleme annimmt. Leider oder auch nicht ist es die NPD, da die anderen CDU/CSU, SPD, Die Linke und die Grünen,wie auch immer für Volk und Vaterland nicht viel übrig haben.
    Nur mal so: Energiekosten steigen ins unermessliche (Staat wird von der Wirtschaft gesteuert), Parteien haben Angst vor einer Volksbefragung, Gehälter und Renten sind in den neuen Bundesländern immer noch zu niedrig (Diskriminierung), 80% Beamte aus den Altbundeländer (sind wir zu ungebildet), Zusammenschlusspflicht von Kreisen und Gemeinden (ich erinnere an 16 Länder, da wär Sparpotential vorhanden), Ausgrenzung des dörflichen Landlebens (nicht mehr Lebenswert) und, und, und.
    Schaut sie Euch an die Wullfs (~ 400.000,00 € Jahresgehalt), die Lierhaus (~800.000,00 € Jahresgehalt) die Bankenmanager (Millionen Jahresgehalt),
    die Vorstände (auch die von gesetzlichen Kassen, Hundertausende als Verdienst).
    Was wird mit den Saubermenschen Hoeneß, mit Rummenigge, mit Schumacher und mit Beckenbauer ??
    Es ist etwas faul in unserer Republik. Der Gestank wird immer heftiger.
    Bestechung, Schmiergeldzahlungen, Sonderkonditionen für Repräsentanten
    des Staates, Vetternwirtschaft nicht nur in Behörden, Schieberein – es gibt
    keinen Bereich, in dem nicht durch „Vorteilsnahme“ kräftig nachgeholfen
    wird.
    Damit will ich aber nicht sagen, dass die NPD diese Probleme abschaffen könnte.
    Vieleicht sollte man sich doch mal zusammensetzen und alles auf den Tisch legen ehe es zu spät ist und ausdiskutieren. Nur Demokratie kann sich durchsetzen.
    Bis jetzt bestimmen nur Wenige (!!) Parteiendemokratur.
    Was für ein Staat.

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