Gegen jede Art Verblödung: Thomas Bernhard zum 80.

Eine essayistische Reminiszenz von Martina Zschocke.

“Erzählen Sie mir von Bernhard. Wo wohnt er? Wie ist er?” (Samuel Beckett)

In diesem Jahr hätte Thomas Bernhard seinen 80. Geburtstag gefeiert. Aus diesem Grunde gibt es derzeit in vielen Ländern Bernhard-Feierlichkeiten, Aufführungen seiner Stücke, Ausstellungen und einen neuen Film von Sepp Dreissinger, der wohl die bekanntesten Bernhard-Fotos gemacht hat, und jetzt noch einmal Freunde, Familie, Bekannte, Nachbarn und Zeitzeugen zu Bernhard befragt hat. Diese Interviews sind auch Grundlage eines neuen Buches über Bernhard, das Anfang des Jahres erschienen ist: und, also aber. Über Thomas Bernhard reden.

Thomas Bernhard war alles: bedeutender Schriftsteller und Dramatiker, intellektueller Bombenleger, bodenständiger Kosmopolit, Charmeur, Hofnarr Österreichs, Bohemian, sprachspielender Spinner, anregender und aufregender Freund und philosophierender Dauerquengler. Bereits früh entwickelte er seinen ureigenen Stil, der ihn auszeichnen sollte und bis heute oft kopiert wurde und wird.

Seine Bücher bestehen fast ausnahmslos aus langen Monologen. Da spricht oft einer über einen anderen, der meist die Hauptfigur ist und der, im Laufe dessen, immer klarere Konturen gewinnt.

Thomas Bernhard / Foto: Sepp Dreissinger

“Thomas Bernhard hätte geschossen.” (Georg Schramm)

Der Ich-Erzähler wird flankiert durch einen am Rande auftretenden und mitredenden, mitunter auch fast stummen Zuhörer. Oft erlauben diese via Monologe gnadenlose Schimpftiraden, die ebenso scharfsinnig wie scharfzüngig sind. Am liebsten wettert er gegen Österreich, den Katholizismus und jede Art von Mittelmäßigkeit und Verblödung. Und das tun seine Ich-Erzähler sehr kategorisch. Es gibt keine gemäßigten Ausdrücke. “Naturgemäß”, “fortwährend”, “durchaus” und jegliche Formen von Superlativen und bis zur Bösartigkeit zugespitzte Übertreibungen gehören zu seinen bevorzugten stilistischen Mitteln. Doch alle Giftigkeit dient letztlich der Wahrheit: Seine Analysen sind oft grandios und extrem pointiert. Demgegenüber liebt er auf ebenso klare Weise bestimmte Orte und Menschen (Freunde oder den kosmopolitischen Onkel Georg in der Auslöschung).

Für mich war Thomas Bernhard eine Entdeckung, um nicht zu sagen eine Befreiung. Ich begann Bernhard mit Anfang Zwanzig zu lesen, ein Freund schenkte mir die ersten Bücher, und stieg mit den späten Prosawerken ein. Hätte ich die frühen, sehr düsteren, Werke zuerst in die Hand bekommen, hätte ich sie wohl schnell wieder weggelegt. Erst später, als ich Bernhard schon grundlegend schätzte, las ich auch die frühe Prosa und die Gedichte. Aber bis heute ist mir das Spätwerk das liebste. Da ist er amüsant und tiefsinnig und auch sprachlich sind diese Romane und Erzählungen am geschliffensten. In den 1980er Jahren entstehen Wittgensteins Neffe. Eine Freundschaft, Der Untergeher, Alte Meister, Holzfällen. Eine Erregung und das letzte Prosawerk und einer seiner berühmtesten Romane: Auslöschung.

Thomas Bernhard war nicht nur ein großer Ironiker, sondern auch hochmusikalisch, und das spiegelt sich auch in fast allen seiner Texte wieder. Von 1955 bis 1957 studierte er am Mozarteum, der Hochschule für Musik und darstellende Künste in Salzburg. Und der musikalische Zugang zur Welt offenbart sich auch in seiner Ausdrucksweise und dem inneren Rhythmus seiner Texte. Er verwendet die Technik der Steigerung und der endlosen, sich selbst überbietenden Wiederholungen, es gibt Kontrapunkte, kompliziert verschachtelte Sätze und eine kunstvoll arrangierte Wiederkehr bestimmter Themen. “Ich bin halt ein musikalischer Mensch. Und Prosaschreiben hat immer mit Musikalität zu tun. Der eine atmet mit dem Bauch – Sänger atmen ja nur mit dem Bauch … – der andere muss halt die Atmung vom Bauch aufs Hirn verlagern.” (T. Bernhard im Interview mit Kurt Hoffmann)

Nicht nur stilistisch findet sich Musik in seinen Büchern, auch inhaltlich. In vielen seiner Erzählungen geht es in den Monologen oft um Musik, Musiker und Komponisten. Reger, die Hauptfigur in Alte Meister, sitzt täglich zum Denken vor seinem Lieblingsbild im Kunsthistorischen Museum. Er ist Musikjournalist und schreibt Musikkritiken und kleine musikphilosophische Aufsätze für die Times. Mit dem Untergeher hat Bernhard gar ein ganzes Buch einem Musiker gewidmet: in diesem Fall Glenn Gould.

Doch auch privat blieb ihm Musik wichtig. Er hat als schon etablierter Schriftsteller oft mit einer Freundin gemeinsam am Flügel musiziert und soll eine schöne Stimme gehabt haben. Neben Schubert-Liedern erfreute er seine Freunde auch gern mit spontan vorgetragenen Opern-Parodien.

Ist es eine Komödie? Ist es eine Tragödie? (Thomas Bernhard)

Thomas Bernhard war kompromisslos: im Leben wie im Schreiben. Wenn er etwas nicht leiden konnte, war es Mittelmaß in jeder Form.

Er war gleichzeitig Eremit und begnadeter Alleinunterhalter. Seine Zurückgezogenheit und das Vermeiden von zu viel Nähe sind bekannt. Doch seine Freunde berichteten in Interview auch von seiner oft absurden, komischen Seite. Sie erzählten, dass er zwar zeitweise sehr zurückgezogen leben konnte, aber wenn er dann auftauchte, konnte er ungeheuer unterhaltsam und witzig sein und ganze Runden mit Sprachspielen und Pointen, Neckereien und purem Unsinn unterhalten. Peter Hamm berichtete, dass man stundenlang mit ihm blödeln konnte und er mitunter nächtelang Opernparodien gesungen oder Theaterstücke improvisiert habe.

Seine Biographie ist reich an Extremen. Mit 15 lief er von zu Hause weg und im Alter von 16 Jahren brach er den Schulbesuch ab. Die Schule sollte er später nur noch als eine “Geistesvernichtungsanstalt” bezeichnen. Nach Schulabbruch begann er eine Lehre bei einem Lebensmittelhändler. Eine der wichtigsten Personen in Bernhards Leben war sein Großvater, der Schriftsteller Johannes Freumbichler, den er aufs innigste geliebt und verehrt hatte. Dieser Großvater setzte sich auch für eine musikalische Ausbildung Bernhards ein und bezahlte ihm Gesangsunterricht und Unterweisungen in Musiktheorie und -ästhetik.

Mit 18 Jahren erlitt Bernhard eine schwere Lungenerkrankung, die ob ihrer Gefährlichkeit sein Leben einschneidend verändern und bestimmen sollte. Im Januar 1949 wurde er ins Salzburger Krankenhaus eingeliefert, wo zwei Tage vor ihm bereits sein Großvater eingeliefert worden war. Die Ärzte gaben Bernhard schon nach kurzer Zeit auf und er wurde bereits ins Sterbezimmer geschoben. Tatsächlich starb dort in diesem Krankenhaus am 11. Februar sein heißgeliebter Großvater. Bernhard überlebte und wurde daraufhin für mehrere Monate in die Lungenheilanstalt Grafenhof bei St. Veit behandelt, wo er die Wienerin Hedwig Stavianicek kennenlernte. Mit ihr verband ihn eine enge Beziehung, die bis zu ihrem Tod im Jahr 1984 dauerte. Diese beiden Menschen, seinen Großvater und Hedwig Stavianicek, hat Bernhard selbst stets als seine Lebensmenschen bezeichnet. Es sollten die wichtigsten Menschen seines Lebens sein und bleiben. Seine frühe und schwere Krankheit prägte sein weiteres Leben. Er sollte sich nie mehr richtig davon erholen und war zeitlebens anfällig für Lungenprobleme.

Mit 19 Jahren, ein Jahr nach dem Tod des Großvaters und seiner eigenen schweren Krankheit, veröffentlichte Thomas Bernhard unter dem Namen Thomas Fabian erste Kurzgeschichten. In den Jahren darauf schlug er sich als freier Journalist und Kritiker beim Demokratischen Volksblatt in Salzburg durch, wohin er auf Empfehlung von Carl Zuckmayer gekommen war. Auch dem Großvater hatte Zuckmayer zur Seite gestanden und zum Durchbruch verholfen. Danach studierte er bis 1957 am Mozarteum Gesang, Dramaturgie und Schauspiel. Im selben Jahr wurde sein erstes Buch veröffentlicht, der Gedichtband Auf der Erde und in der Hölle. Im Jahr darauf folgen zwei weitere Gedichtbände, die er allesamt später selbst als schlecht bezeichnete. Die Romane, die er dann in den 60er Jahren veröffentlichte (Frost, Amras, Ungenach und viele andere), wurden sein Durchbruch als Schriftsteller. Bereits für Frost, seinen ersten Roman, erhielt er mehrere Preise. Für Amras, den zweiten, erhielt er den Julius Campe-Preis, für dessen volles Preisgeld er sich sofort ein Auto kaufte.

In den 70er Jahren erschienen erste Theaterstücke von Thomas Bernhard und innerhalb kürzester Zeit entwickelte er sich zu einem der erfolgreichsten deutschsprachigen Dramatiker, dessen Stücke in viele Sprachen übersetzt wurden und der bis heute weltweit aufgeführt werden, wobei seine Popularität in den letzten Jahren insbesondere im nicht-deutschsprachigen Raum (vor allem Spanien, Polen und die USA) zugenommen hat.

In den meisten seiner Text findet man zahlreiche Parallelen zwischen den Protagonisten und Bernhard, wobei die Linie zwischen Autobiographie und Fiktion oft fließend ist. Im Grunde gehen Leben und Schreiben Hand in Hand. Die Monologe seiner Erzählungen ähneln denen seiner Interviews. Es ist dieselbe gnadenlose, aber zutiefst witzige Sicht auf die Welt.

Für Preisgelder und Autorenhonorare kaufte sich Bernhard nicht nur Autos, sondern auch Häuser. Bereits 1965 zieht Bernhard auf einen Vierkanthof in Obernathal bei Ohlsdorf in Oberösterreich. Bernhard selbst bezeichnete diesen Hof selbst als seinen “Arbeits- und Existenzkerker”. Von da an lebte er meist den Sommer im idyllischen Hügelland von Oberösterreich und den Winter über in Wien. Bernhard konnte wochenlang arbeiten und sehr zurückgezogen leben. Außerhalb seiner einsiedlerischen Schreibphasen traf er sich dann wieder gern und ausgiebig mit Freunden und Bekannten, u.a. mit Claus Peymann und Ingeborg Bachmann, die er sehr schätzte. Mindestens ebenso gern saß er mit den Bauern oder ganz einfachen Leuten im Wirtshaus oder im Kaffeehaus.

Zwischendurch unternahm er ausgedehnte Reisen nach Lissabon, London, Rom, Israel, Ägypten, in die USA, die Türkei und in den Iran, die sich in vielen seiner Bücher widerspiegeln. Diese Reisen ließen ihn sowohl seine bisweilen einsiedlerische Existenz auf dem Hof, als auch Österreich ertragen.

“Ich habe es plötzlich auf dem Hof nicht mehr ausgehalten. Ich bin ans Meer.”

An seine alte Freundin, die Pianistin Ingrid Bülau, schrieb er im Jahr seines Umzuges nach Ohlsdorf:

“Liebe Ingrid,
ich habe es plötzlich auf dem Hof nicht mehr ausgehalten. Ich bin ans Meer. Ich denke daran, den Hof zu verkaufen, weil ich mir sonst ein paar wunderbare Möglichkeiten ins Ausland zu fahren verrammele. Nach Amerika für länger als ein Jahr. Nach Russland und so fort. Im Augenblick denke ich, es ist besser nichts zu besitzen als einen verrückten Kopf. Ich glaube, ich habe mich zu früh eingewintert (…)

Es ist mein Entschluß zu reisen, nichts als herumzufahren. …”

Bernhard liebte Städte im Ausland und das Meer. In fast all seinen Romanen tauchen Lebensorte auf, die ihm im eigenen Leben ähnlich wichtig waren wie seine Lebensmenschen.

“In London hatte ich gelebt, in Wien habe ich nie wirklich gelebt, in London hat sich mein Kopf wohlgefühlt, in London habe ich die besten Einfälle gehabt, sagte er. Meine Londoner Zeit ist die beste Zeit gewesen, sagte er. In London hatte ich immer alle Möglichkeiten, die ich in Wien nie gehabt habe.” (Reger in: Alte Meister)
“Da ich mich im großen und ganzen, vor allem mit der Möglichkeit, in Rom zu leben, als einen durchaus glücklichen Menschen bezeichnen kann, sagte ich zu Gambetti, habe ich keinerlei Ursache, fortwährend über Wolfsegg als über eine Katastrophe zu reden…

Rom hat mir Wolfsegg unmöglich gemacht. Schon London hat mir den Kopf für Wolfsegg unmöglich gemacht, dann Oxford, dann Paris, dann Rom endgültig.” (Die Auslöschung)

Ebenso sehr wie seine Lebensorte und Reisen liebte er Cafés, die er nahezu täglich besuchte.

Seine Passion für Caféhausbesuche ist bekannt: in Wien waren es der “Bräunerhof” und das “Hawelka” und in Gmunden das Ratshaus-Café. Hier las er täglich vormittags die Zeitung oder traf sich mit Freunden und Bekannten, letzteres auch spontan weit nach Mitternacht noch.

“Jeder Mensch braucht eine solche Gewohnheit zum Überleben, sagte er. Und ist es die verrückteste aller Gewohnheiten, er braucht sie.” (Reger in: Alte Meister)

“Ich beschimpfe überhaupt niemanden.” (T.B.)

Vieles ist für Bernhard vielfach Zielscheibe seines Humors. Auch und immer wieder Österreich. Er bezeichnet es als Land der Spießer. Dass er damit regelmäßig provozierte, schien er in Kauf zu nehmen, es schien ihm geradezu ein tiefes Vergnügen zu bereiten. Seine Texte und Reden (besonders gern zu Preisverleihungen, weshalb er später Preise oft nur noch zugeschickt bekam, wenn er sie nicht ohnehin ganz ablehnte) lösten oft vehemente Gegenreaktionen aus – meist von der Kronenzeitung oder von populistisch agierenden Politikern – die von der Forderung nach Aufführungs- und Publikationsverboten bis hin zur Ausbürgerung reichten. Oft – insbesondere nach der Aufführung von Heldenplatz – wurde er als Nestbeschmutzer und
Vaterlandsverräter bezeichnet. Mit dem Bernhard-Zitat “Österreich. 6,5 Millionen Debile” leitete die Kronenzeitung eine wochenlang dauernde Hetzkampagne gegen Bernhard ein. Wobei man natürlich nicht vergessen darf, dass sich Bernhard in Wittgensteins Neffe seitenlang darüber auslässt, dass es in Österreich keine einzige ernstzunehmende Tageszeitung gibt und der Erzähler letztendlich kurzentschlossen mit dem Freund, also Wittgensteins Neffen, nach Zürich fährt, um sich die Neue Zürcher Zeitung zu kaufen. Dennoch braucht Bernhard die Zeitungen. Sie waren seine Morgenlektüre in den Cafés und seine Leserbriefe wurden geradezu legendär. Sie waren witzig und unverschämt. So lässt sich Bernhard mit Fug und Recht auch als veritabler Aktionskünstler bezeichnen. Die Charaktere seiner Bücher, wie er selbst, scheinen geradezu aufzuleben, wenn sie ihre Schimpftiraden loslassen. Bernhards Verhalten bei Preisverleihungen unterschied sich stark von dem von Max Frisch, der zeitgleich gerade in Zürich geehrt wird und in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag hätte. Frisch nahm seine Preise immer an und bedankte sich mit ausführlichen bis emotionalen Dankesreden dafür. Das wird deutlich, wenn man dieser Tage von Wien nach Zürich reist und nicht nur die beiden Städte, sondern auch ihre Ehrungen ihrer Dichter wahrnimmt. (Auch Frisch ist im übrigen in die Berge gegangen und hat partiell in seinem Haus im Tessin gelebt, wenn er nicht in Zürich war.)

Postum landete Berhhard seinen letzten Coup, nachdem bekannt wurde, dass er – konsequenterweise – in seinem Testament ein allgemeines Aufführungs- und Publikationsverbot aller seiner Werke für Österreich verfügt hatte (“kein Wort”!). Das war eine effektvolle Abrechnung, die insofern verständlich war, als einige österreichische Politiker drei Monate nach der Aufführung von Heldenplatz am Burgtheater die Landesverweisung von Bernhard und Burgtheaterdirektor und Regisseur Peymann gefordert hatten.

Bernhard ist ein ironischer Mutmacher. Er ist nicht nur schonungs- und kompromisslos. All das ist für ihn nur die Basis einer existenziellen Befreiung von den Sümpfen und Untiefen des Lebens, hin zu einem Leben wie es ihm (und seinen Protagonisten) lebenswert erscheint. Und damit wird es zur veritablen Lebens- und Daseinserleichterung. “Ich will mich ja befreien. Das wird hinausgeschmissen wie von so einem Ballon. Man wirft Sandsäcke ab, das sind die Bücher, da steigt man dann höher.” (Bernhard in einem Interview mit Kurt Hoffmann).

Was ihn zudem auszeichnete, war eine große Unabhängigkeit im Denken und im Sein. Viele seiner Texte sind eher ein hochfrequentes Mantra gegen alle Formen von Trägheit, Phantasielosigkeit, Uniformität und Banalität und damit zugleich ein Mutmachen dazu, den eigenen Weg zu gehen.

Gern wird Bernhard als Misanthrop bezeichnet. Das ist er nie gewesen: Nicht nur sind seine Fähigkeiten als Unterhalter oft beschrieben worden. Er hat auch zwei seiner schönsten Bücher über die Freundschaft (Wittgensteins Neffe) und über die Liebe (Alte Meister) geschrieben.

“Aber alles das, die ganze Kunst, wie auch immer, ist nichts gegen den einzigen geliebten Menschen … Wir können uns noch so viele Große Geister und noch so viele Alte Meister als Gefährten genommen haben, sie ersetzen keinen Menschen.” (Alte Meister)

Thomas Bernhard stirbt am 12. Februar 1989, genau vierzig Jahre und einen Tag nach seinem geliebten Großvater, in Gmunden. Er wurde 58 Jahre alt. Das Ende ist ja immer ein Anfang, sagte Bernhard. Und das scheint für ihn als Autor ganz besonders zuzutreffen. Insbesondere wenn man sieht, wie viele neue Bücher, die sich mit ihm beschäftigen, noch immer erscheinen, wie oft er noch gespielt und gelesen wird und wie viele seiner Bücher immer noch verlegt und neu übersetzt werden.

“Nehmen Sie sich ein Schlusskeks.” (Bernhard beim letzten Treffen zu Sepp Dreissinger)

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