P.S.: Horst Köhler geht, Lena kommt nicht

Von Lukas Strenot. Und nun beendet der Bundespräsident das Missverständnis: Er tritt ab, überraschend, mit Tränen in den Augen. Wo ganz Deutschland bis eben noch gaga nach Lena war, dunstet nun wieder der Schleier alpschwerer Tagespolitik über der Republik. Ein Kontrastszenario, das stärker nicht ausfallen könnte.

Horst Köhler legt das höchste Amt zwar im Zuge seiner Aussagen über Afghanistan und Kriege aus wirtschaftlichen Gründen nieder, nicht aber, weil er sie gemacht hat. Sondern weil die Kritik an eben diesen Sätzen den notwendigen Respekt vor dem Amt des Bundespräsidenten habe vermissen lassen. Sagt Köhler. Bereits in den Tagen vorher hatte er darauf aufmerksam gemacht, seine Sätze seien nicht auf Afghanistan gemünzt gewesen. Wenn alles aber nur ein Missverständnis war: Warum tritt Köhler dann zurück? In seiner Begründung hieß es doch auch: “Diese Kritik entbehrt jeder Rechtfertigung…”

Köhler weist bei seinem Abgang mit dem Finger auf eben jene Kritiker: Ihr seid schuld, dass ich gehe. Das ist, mit allem Respekt, infantil und unwürdig. Erst Kopfschütteln über seine Sätze, dann über die sogenannte Präzisierung seiner Aussagen, nun über sein Kofferpacken.

Ein Amt ist jetzt frei, das höchste zu vergebende im Land. Gut, dass eine gewisse Lena Meyer-Landrut erst 19 Jahre alt ist. Sie würde wohl im euphorischen Überschwang gute Chancen darauf haben. Doch fürs Präsidentenamt muss man mindestens schon 40 sein. Da haben wir nochmal Glück gehabt.

Diskutieren Sie mit: