Revolution?

André Gide (1893), Fernando Pessoa (etwa 1905-1920).

 

„In Wirklichkeit interessieren mich die politischen Fragen weniger und erscheinen sie mir weniger bedeutsam als die sozialen Fragen; die sozialen Fragen weniger bedeutsam als die moralischen Fragen. Ich glaube, dass die Mehrzahl der ersteren sich auf diese letzteren zurückführen lässt und dass wir bei allem, was wir heute beklagen, besser täten, die Schuld nicht in den Einrichtungen, sondern im Menschen zu suchen – und dass es zuvörderst und vor allem gilt, den Menschen zu reformieren.“ (André Gide, Die Zukunft Europas. In: Ders. Europäische Betrachtungen)

„Revolutionär oder Reformer – sie erliegen dem gleichen Irrtum. Unfähig, die eigene Haltung zum Leben, das alles ist, oder zum eigenen Sein, das fast alles ist, zu beherrschen oder zu ändern, ergreift der Mensch die Flucht nach vorn, indem er versucht, die Anderen und die Außenwelt zu verändern. Jeder Revolutionär, jeder Reformer ist ein Flüchtiger. Kämpfen heißt außerstande sein, sich selbst zu bekämpfen. Reformieren heißt selbst nicht verbesserungsfähig sein.“ (Fernando Pessoa, Das Buch der Unruhe des Hilfsbuchhalters Bernardo Soares)

 

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