Ambivalenz rettet Kitsch

Wenn man die uniformierten Lakaien der “Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg” (SPSG) mit ihren herablassenden Mienen durch die Gemächer Friedrichs des Großen stolzieren sieht, dann denkt man instinktiv, dass man sich eher dem bildungsfernen Pöbel verbunden fühlt, dass die runden 50 Euro für einen maschinengeführten Rundgang (Familienkarte!) durch goldenen, dem Volk abgepressten Kitsch besser in Sprengstoff angelegt wären.

Da man aber dem bildungsfernen Pöbel mit seinen Deutschland-sucht-den-Superstar-Abenden und dem Fahneschwenken genauso fremd gegenübersteht, zahlt man die Kohle für die Nippestour und lässt Sanssouci stehen.

Ein Kommentar

  1. Muyserin sagt:

    Das ist ja überhaupt das Dilemma aller bourgeoisen Revolutionäre, von der in Folkloregewänder gehüllten Frida Kahlo bis hin zur Kunsthistorikertochter Ulrike Meinhof. Wir sind alle nur Teil der Masse, aber jeder besäße gerne Klasse.

Deine Meinung